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Surfer Blood – 1000 Palms – Wieder auf Kurs

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Eigentlich sah alles ziemlich gut aus für Surfer Blood. Als sie 2010 mit ihrem Debut-Album „Astro Coast“ auf der Bildfläche erschienen, brachten ihnen die sonnigen Melodien ihrer frischen, unbekümmerten Songs direkt den Ruf ein, die neuen Pavement oder Weezer zu sein. Und Sänger und Songwriter John Paul Pitts wurde somit verschiedentlich schon als legitimer Nachfolger von Stephen Malkmus und Rivers Cuomo gehandelt. Songs wie „Swim“ und „Twin Peaks“ tauchten in diversen Song Jahrespolls auf. Es folgten ausgedehnte Touren, davon eine als Support für die Pixies, Auftritte auf großen Festivals und ein Vertrag bei einer Major-Company.

Doch dann kam mal wieder alles anders. 2012 wurde Pitts verhaftet, weil er angeblich seine Freundin misshandelt haben sollte. Die Anzeige wurde zwar schnell wieder fallengelassen. Aber die Reputation des Quartetts aus Florida hatte durch diesen Vorfall Schaden genommen. Trotzdem gelang es der Band, bei der Produktion ihres zweiten Albums „Pythons“ ihren Indie-Pop weiter zu verfeinern. Vielen Fans schien das aber des Guten zu viel zu sein. Das Album verkaufte sich schlecht und ihre Plattenfirma ließ sie schnell wieder fallen.

Andere Bands hätten hier möglicherweise etwas deutlicher in Erwägung gezogen, die Handtücher zu schmeißen. Surfer Blood entschlossen sich jedoch dafür, weiter zu machen. Die Methode, die sie dafür gewählt haben, heißt, zurück zu den Anfängen. Denn ihr drittes Album „1000 Palms“ wurde wie „Astro Coast“ wieder ganz DIY in Eigenregie produziert. Statt High Class Profistudio inklusive Top-Producer, wurden die basic tracks der elf Songs größtenteils im Haus der Eltern von Drummer Tyler Schwarz eingespielt. Also alles locker entspannt und ohne Druck.

Und anscheinend war das keine schlechte Entscheidung. Denn Stücke wie der Opener „Grand Inquisitor“, „I Can’t Explain“ „Island“, „Dorian“ und „Feast/Famine“ belegen, dass John Paul Pitts es immer noch versteht, seine nicht von Selbstzweifeln freien Empfindungen in griffige Textzeilen umzusetzen. Vorgetragen von seiner markanten Stimme mit zündenden Ohrwurm-Melodien. Die Stücke werden dabei immer wieder mal gut aufgeraut durch die ein oder andere originelle Kante in den Arrangements.

Allerdings gelingt ihnen das auch nicht durchgängig. Besonders in der zweiten Hälfte des Albums verlieren sich Surfer Blood gerne mal in allzu harmloser Nettigkeit. So plätschern zum Beispiel „Into Catacombs“ und „Other Desert Cities“ relativ undynamisch vor sich hin. Dass sie zu mehr fähig sind, zeigt dann aber wieder der akustische Album-Closer „NW Passage“. Als Bild für das Überwinden von Widrigkeiten dient hier die Nordwest–Passage, die Atlantik und Pazifik in Nordpolnähe verbindet. Auf der Suche nach ihr erlitten einige Expeditionen Schiffbruch. Es gibt sie zwar, aber sie ist selten passierbar.

Bleibt zu hoffen, dass Surfer Blood ihre schwierige Phase auch überwinden. Denn in seinen guten Momenten zeigt „1000 Palms“, dass Surfer Blood immer noch über das Potential verfügen, in der amerikanischen Indie-Popliga oben mitzuspielen.

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