Fleet Foxes haben vorgestern ihre Coverversion von Elliott Smith’s „Angel In The Snow“ veröffentlicht. Die Single stammt von dem Original-Soundtrack zum neuen Film „Oh. What. Fun.“ von Michael Showalter, der am 3. Dezember 2025 via Sony Music Masterworks erscheint.

Die Sache hat durchaus Charme: Während andere Indie-Acts für den Soundtrack brav klassische Weihnachtslieder einspielen, gehen Fleet Foxes einen anderen Weg. Sie covern stattdessen „Angel In The Snow“ von Elliott Smith – ein Song vom posthumen Album „New Moon“ von 2007, der zwar winterliche Vibes versprüht, aber eben kein traditioneller Weihnachtssong ist.

Für Robin Pecknold persönlich hat die Nummer eine besondere Bedeutung. „‚Angel In The Snow‘ war schon immer einer meiner Lieblingssongs von Elliott, den ich in den Feiertagen immer gehört habe, also war es eine riesige Freude, das für so einen süßen Film zu machen“, erklärt der Musiker.

Die Aufnahme habe ihn zurückversetzt ins Jahr 2004, als er bei seiner Highschool-Abschlussfeier „RIP Elliott“-Flyer verteilte. „Elliott Smith forever“, fügt er hinzu – eine Hommage, die unter die Haut geht.

Das Meta-Spiel der ganzen Geschichte: Fleet Foxes‘ eigener Hit „White Winter Hymnal“ von 2008 wurde längst von Playlist-Kurator*innen und Covermaschinen wie Pentatonix in den Weihnachtskanon eingemeindet. Jetzt drehen Fleet Foxes den Spieß um und holen sich ihrerseits einen winterlichen Song, der eigentlich gar keiner sein wollte.

Die Entscheidung für ein Elliott-Smith-Cover passt auch zum jüngsten kreativen Kurs der Band: Bei ihrem 2021er-Album „Shore“ fiel laut MusikBlog-Review die Experimentierfreude nicht ganz so üppig aus wie auf dem in dieser Hinsicht grandiosen Vorgänger „Crack-Up“ (2017), sie wurde aber keinesfalls vollständig wegrationalisiert – und genau diese Balance findet sich auch in dieser feinfühligen Neuinterpretation wieder.

Der Soundtrack zum Weihnachtsfilm von Amazon ist gespickt mit Indie-Größen: Sharon Van Etten steuert eine Version von „2000 Miles“ der Pretenders bei, während Weyes Blood, St. Vincent, Gwen Stefani, Jeff Tweedy von Wilco, Madi Diaz, Uwade, Andy Shauf und Lorely Rodriguez (Empress Of) ebenfalls mit von der Partie sind.

Manchmal braucht es eben keine Rentiere und Schneemann-Nostalgie für gelungene Weihnachtsmusik. Fleet Foxes zeigen mit der neuen Single, dass echte Verbundenheit zu einem Song und persönliche Erinnerungen manchmal die bessere Festtagsformel sind als Schema F. Elliott Smith hätte es vermutlich gefallen.

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