Ob überzeugender Support unter anderem für Grossstadtgeflüster oder beim dynamischen Mittags-Gig auf dem diesjährigen Highfield: aus dem „Plan B“ – 2021 auf ihrem Debütalbum „Schnee Im Sommer“ noch Song-Thema – ist eine Headlinershow geworden. Dass Mola den ganz kleinen Clubs entwachsen sind, war am gestrigen Samstag im ausverkauften Leipziger Werk 2 zu sehen.

Bevor die Münchner Band kurz vor 21:00 Uhr auf die Bühne kam, war Resi Reiner zu erleben, die sich mit Mola auf deren aktuellem Album „Liebe Brutal“ ein „Warmes Bier“ genehmigte und mit – in leichtfüßigem Pop gewandeter – Alltagsphilosophie gefiel. Der Titel ihrer letzten Platte -„Weisst Du Was Ich Mein?!“ schien nach ihrem Auftritt klarer.

Dann holte Isabella Streifeneder, Frontfrau von Mola, für gut 90 Minuten mit ganz viel Amore, Kater und Melancholie alle ab. „Un, deux, trois, und denk mir oh là là / sie sagen sie wär tot und dann ist sie wieder da“ – kaum jemand im Saal, der den Refrain vom Einsteiger „Liebe Brutal“ nicht beherrschte, wobei Textsicherheit sowohl beim neuen Material als auch bei den Highlights der vorangegangenen Ausgaben im Publikum quasi selbstverständlich war.

„Ich bin high oder leide“ singt Streifeneder in „Google Nennt Das Bipolar“, authentisch nennen es all die, die für Stimmungsschwankungen weder Suchmaschine noch KI bemühen wollen. Das Stück fehlte zwar gestern auf der Setlist, aber es gab genügend von den anderen Geschichten, die nach umgekippten Flaschen, vollen Aschenbecher und zugezogenen Jalousien klangen.

Lieder, die von – „Weil Mein Herz Ein Lügner Ist“ – Stichen in der Brust berichteten, „Fred“ aus der Bar nebenan von der – „Es Gibt Zu Wenig Für Zu Viele“ – Liebe erzählte, aber auch davon, dass sich ein Leben ohne diese Erfahrung wie nicht gelebt anfühlt, denn der „Vino Bianco“ muss eben auch dann weg, wenn der Sommelier schon das Gesicht verzieht.

Vom ersten Ton an herrschte in der Halle D des Werk 2 eine Atmosphäre wie in der Küche einer 2-Zimmer-Wohnung-Party. Kapellmeister, Mola-Produzent und Streifeneder-Partner Markus Sebastian Harbauer lieferte mit seinen kongenialen Jungs – ob laut oder leise – das solide Fundament, auf dem ihre Frontfrau headbangte, mit rauer Stimme den Publikumschor dirigierte, mittendrin mit ihrer jüngsten Besucherin Valentina und all den anderen „süßen Mäusen“ auf Augenhöhe sang und feierte.

Per „Wenn Du Springst“ schwappte eine Euphoriewelle bis ganz hinten durch die Reihen. Dass zu „Menschen“ ein ambivalentes Verhältnis geradezu bestehen muss, teilten sicher viele hier und dass „Mama“ aus Überzeugung und mit tiefen Respekt vor allen Müttern komponiert wurde, steht ebenso außer Frage, wie, dass gemeinsames Träumen „Vom Ende Der Einsamkeit“ unpeinlich-menschlich ist.

In die Nacht entlassen, gab es für die Besucher*innen in Club, Kneipe oder Wohnzimmer die Performance nachzubesprechen, vermutlich war der einhellige Tenor: „Das Leben Ist Schön“ gilt grundsätzlich und vor allen Dingen bei einem Mola-Konzert.

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