Bon Iver, Gracie Abrams und Aaron Dessner (The National) haben gestern ihren neuen Song „Sold Out“ zugunsten von Everytown, einer Organisation für die Prävention von Waffengewalt, veröffentlicht. Der Song ist ausschließlich über Bandcamp erhältlich.

Die Single zeigt die drei Musiker*innen von einer politisch engagierten Seite, die so manche überraschen dürfte. Entstanden ist der Track bereits 2024 nach einem Amoklauf an einer Schule – ein Thema, das in den USA leider zu trauriger Routine geworden ist.

Alle Einnahmen aus dem Song gehen an Everytown, eine Organisation, die sich für die Prävention von Waffengewalt einsetzt. Gracie Abrams, Justin Vernon und Aaron Dessner veröffentlichten dazu ein gemeinsames Statement: Ursprünglich sei der Song im vergangenen Jahr entstanden, doch aktuelle Ereignisse – vermutlich der Anschlag an der Brown University – hätten sie daran erinnert, dass sich nichts geändert habe.

„Es ist traurig, so etwas während der Feiertage zu teilen, aber die Welt leidet und wir sollten nicht wegschauen“, schreiben die drei.

Musikalisch bewegt sich „Sold Out“ in jenem melancholischen Indie-Folk-Terrain, das man von Bon Iver kennt – kein Wunder bei dieser Besetzung. Aaron Dessner, der bereits mit Taylor Swift an deren 2020er Alben „Folklore“ und „Evermore“ arbeitete, ist seit längerem Gracie Abrams‘ Songwriting-Partner.

Für Justin Vernon ist die Zusammenarbeit mit Dessner ebenfalls nichts Neues: sie kollaborieren seit 2018 im gemeinsamen Projekt Big Red Machine. Die Chemie zwischen den beiden ist also erprobt.

Dass nun mit Gracie Abrams eine dritte Stimme dazukommt, macht „Sold Out“ zu der ersten offiziellen Kollaboration dieses Trios. Die 26-Jährige hatte zuvor schon Bon Ivers „Beach Baby“ gecovert – nun stehen alle gemeinsam im Studio.

Der Refrain bringt die Frustration auf den Punkt: „What are we doing here? / Think we got sold out / Looks like another year / Without a way out.“ Schmerz als Souvenir, als ständige Erinnerung – stärker kann man politische Ohnmacht kaum ausdrücken.

Dass der Song ausschließlich auf Bandcamp für mindestens fünf Dollar erhältlich ist und nicht auf den üblichen Streaming-Plattformen auftaucht, unterstreicht seinen Charity-Charakter.

Mitten in der Weihnachtszeit, während die Billboard Hot 100 von festlichen Klängen dominiert werden, setzen Gracie Abrams und ihre Mitstreiter ein Zeichen: Manchmal muss Musik unbequem sein, auch wenn’s gerade unpassend scheint.

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