Tom Smith – There Is Nothing In The Dark Which Isn’t There In The Light

Eine Katze, die am Tag weiß ist, kann nachts nicht grau sein. Das dachte sich wohl Tom Smith, schnallte sich die Akustik-Gitarre um und komponierte zehn Songs unter dem Motto „There Is Nothing In The Dark Which Isn’t There In The Light“.

Ganz so banal war die Inspiration für das erste Soloalbum nicht, der Editors-Frontmann sehnte sich nach der Ursprünglichkeit des Songwritings seiner frühen Musikertage, wollte etwas Persönliches komponieren, ohne sich im Bandformat abstimmen zu müssen.

Die initiale Idee, dies mit dem Kollegen Andy Burrows vom Smith & Burrows Projekt zu verwirklichen, wurde verworfen, nur Produzent Iain Archer war neben ihm letztlich in den Entstehungsprozess seines Debüts involviert, auf dem es manchmal klingt wie zu der Zeit, als Everlast alias Whitey Ford begann, den Blues zu singen.

Entstanden ist ein „Deep Dive“ in ein Seelenleben, wo in der Nähe des Oxford Circus ein entflammtes Herz warm durch „How Many Times“ lodert, sich der Schmerz über das Auslaufen einer Beziehung in „Endings Are Breaking My Heart“ verdichtet und trotzdem:

„Life Is For Living“ rieten schon Barclay James Harvest frohen Mutes, woran auch ein hymnischer Tom Smith keinen Zweifel lässt – „nothing to fear here“ ist seine Kernaussage in dieser Nummer.

Streicher sind ein wirkungsstarkes Stilmittel, um die Retrospektive auf das Leben im Allgemeinen, die Jugend, die Freundschaft und natürlich die Liebe im Speziellen in einen würdigen Rahmen zu setzen, beim Ausflug an den Hudson River zu den „Lights Of New York City“ übernimmt diesen Part eine einsame, schwermütige Trompete, die den Bariton des Sängers begleitet.

Im sinnschweren Kontext des Albums glitzert das „Souls“-Arrangement leichtfüßig, die volumige Melodie von „Nothern Line“ könnte als vollwertiges Editors-Stück durchgehen, erst recht der wohlige Pop-Appeal von „Leave“ – und es sind auch diese beiden Songs, die nach dem stillen Abgang via „Saturday“ am hartnäckigsten im Ohr bleiben.

Aber wie sollte sich Tom Smith auch ohne seine Kollegen anhören, wenn es im Dunkeln nicht anderes ausschaut, als bei Licht betrachtet.

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