Zu Karrierebeginn inspiriert von der Musik von Oasis, Ocean Colour Scene oder Kings Of Leon, hat Amy Macdonald seit über zwei Jahrzehnten viel mehr zu bieten, als einen früh platzierten Welthit und einen charmanten Akzent.

Insofern war die titelgebende Frage „Is This What You`ve Been Waiting For?“ ihrer letzten Albumausgabe für ihre große Fangemeinde bestenfalls rhetorisch zu verstehen, liefert die bodenständige Musikerin doch über ihre sechs Studioalben hinweg in Songs gepackte Authentizität – dokumentiert mit über sieben Millionen verkauften Exemplaren ihrer Werke und einer ganzen Reihe verdienter Auszeichnungen.

Was mal als Support für Paul Weller begann, füllt schon lange die großen Hallen. Erwartungsgemäß ausverkauft war am gestrigen Freitag das Leipziger Haus Auensee, in dem man sich generationsübergreifend vom ambitionierten Indie-Sound von Better Joy auf den Abend einstimmen ließ und die eigenen Stimmbänder zu Gassenhauern Marke „Sweet Caroline“ auf Kommendes vorbereitete.

Als die Protagonistin und ihre Jungs um 21:00 Uhr die Bühne betreten und den Opener ihrer letzten Platte anstimmten, versank der Saal in kollektive Wohlfühlatmosphäre, in der die schottische Singer/Songwriter-Referenzadresse – trotz dessen, dass die Veranstaltung unter dem Motto der aktuellen Veröffentlichung stand – einen Querschnitt durch ihren Backkatalog lieferte, wobei die meisten Songs von ihrem bis heute nachhallenden Debütalbum stammten.

„Mr. Rock & Roll“ und das von hunderten Handytaschenlampen beleuchtete „Run“ wurden dabei zu Selbstläufern, ebenso „Spark“ vom Nachfolgeralbum „A Curious Thing“ (2010) oder „The Hudson“ und „Fire“ von „The Human Demands“ (2020).

Dem frischen „Can You Hear Me?“ war das Flächenwachstum ihres Portfolios anzuhören, verortete Amy Macdonald mit oder ohne Gitarre und die routinierten Musiker an ihrer Seite alle Nummern des Abends nahe der Studioaufnahme.

Zwischendurch plauderte die nahbare Künstlerin lange mit ihrem Publikum, erzählte von den Erinnerungen an eine Nacht in einer lokalen Karaoke-Bar, von Flaggen, Fußball und Bier, wobei die Gäste in den hinteren Reihen sie sicher auch gerne gesehen und nicht nur gehört hätten – ein bekanntes Problem, wenn der Laden am Stadtrand voll ist.

Selbstverständlich ging kein Hit verloren, „Don’t Tell Me That Ist Over“ und „Slow It Down“ – währenddessen das Publikum tapfer um die beste Sing-a-long-Performance der Tour kämpfte – blieben unverzichtbare Bestandteile ihrer Show, die den Siedepunkt erreichte, als die ersten Akkorde von „This Is The Life“ erklungen.

„We Survive“ sang Amy Macdonald kurz vor Ultimo ganz allein, die positive Energie, die die Besucher*innen von diesem Konzert mit auf den Heimweg nahmen, dürfte dem Vorschub leisten.

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