Nono aus Hamburg hat gestern seine selbstbetitelte Debüt-EP veröffentlicht. Darauf enthalten sind auch seine bisher erschienenen Singles „Komisch“ und „Ernie&Bert„.
Wer kennt es nicht, wenn das weiche Fell und die Süßheit des Haustiers einen den Verstand verlieren lassen? Schon die Namen der Songs wie „Ernie&Bert“ oder „Kuschelwolf“ lassen das Gefühl von flauschigem, weichem Fell in den Fingern entstehen.
Mit seiner ersten EP „Nono“ erschafft Nono eine bunte Parallelwelt, in die man sich flüchten kann, wenn die Umgebung hart und trostlos erscheint.
„Ernie&Bert“ zeigt eine melancholische Seite des Musikers, die zugibt, einem verlorenen Menschen nachzutrauern und die Trennung nicht zu verstehen. In der zweiten Single „Komisch“ wird es gesellschaftskritisch. Während hierzulande der Rechtsruck Konstrukte wie Nationalismus und Rassismus wieder salonfähig macht, verdeutlicht Nono die absurden Zwischentöne dieser gefährlichen Entwicklung.
Um sich vermutlich von der Realität zu erholen, singt Nono im dritten Track „Kuschelwolf“ über die Liebe zum Haustier. Die vielschichtige Struktur des Songs führt zu einem explosiven Instrumentalpart, der den Moment auszudrücken scheint, in welchem einen die Emotionen überwältigen.
Hier wendet sich das Blatt, denn im Hintergrund fragt eine Stimme: „Wenn der Hund dich dann an die Leine nimmt?“ Das Haustier übernimmt die Kontrolle? Geht es hier überhaupt um einen Hund?
Die Liebe zum Haustier kann auch Realitätsflucht bedeuten. Der psychedelische Sound von dem instrumentalen Stück „Kuschelwolfs Traum“, das die EP abschließt. lässt die Zuhörer*innen im Weltall oder eben in einem Traum schweben.
Die allgegenwärtige Melancholie lässt dennoch das Gefühl zurück, dass Parallelwelten zwar eine temporäre Zuflucht sein können, die Realität jedoch nicht komplett oder für immer auszusperren ist.
https://www.instagram.com/nono_music3000/
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