Interpol haben heute die zwei neuen Singles „This Mirror Weighs A Ton“ und „See Out Loud“ veröffentlicht. Die Songs stammen von ihrem neuen Album „This Mirror Weighs A Ton“, das am 28. August via Partisan Records erscheint.
Nach vier Jahren Pause melden sich Interpol zurück – und klingen dabei vertraut fremd. Das ist kein Widerspruch, sondern Programm: Die New Yorker Post-Punk-Veteranen haben sich für ihr erstes Album bei Partisan Records Zeit gelassen, und man hört, dass diese Zeit gut genutzt wurde.
Der Albumtitel entstand aus Paul Banksʼ improvisiertem Schreibprozess, bei dem Melodie und Sprache gleichzeitig entstehen, fast aus dem Unterbewusstsein heraus: ein Satz, der, wie Banks beschreibt, einfach auftauchte, bevor seine Bedeutung überhaupt klar war.
Produziert von Andrew Wyatt, bekannt aus der Zusammenarbeit mit Rosalía und Charli XCX, und abgemischt von David Fridmann (Sleater-Kinney, MGMT), erweitert das Album den Interpol-Kosmos um Streicher, Holzbläser, Akustikgitarre und experimentelles Sounddesign.
Das ist mehr handwerklicher Mut als Stilbruch: Die charakteristische rhythmische und melodische DNA der Band bleibt erkennbar erhalten, wird aber um neue Klangschichten angereichert.
Wer das Vorgängeralbum „The Other Side Of Make-Believe“ von 2022 im Ohr hat, auf dem laut MusikBlog-Review „zurückhaltende Arrangements und gedrosseltes Tempo“ dominierten, wird den Unterschied sofort spüren.
Aufgenommen wurde das Werk in Wyatts Studio auf der Lower East Side Manhattans und damit zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt wieder in der alten Heimatstadt der Band.
Was in diesem fortgeschrittenen Stadium ihrer Karriere auffällt, ist nicht nur, dass die Band-Chemie intakt bleibt, sondern dass sie weiterhin Schwung erzeugt. „Die Quelle ist nie versiegt“, sagt Gitarrist Daniel Kessler – und das Album klingt danach.
Die beiden Singles funktionieren als Gegenpole und zeigen die Bandbreite dessen, was Interpol heute können. „This Mirror Weighs A Ton“ entfaltet sich langsam aus einer skizzenhaften Progression zu etwas Weitem und Texturreichem – verzerrter Bass, gespenstische Gesangstexturen, eine wortlose Frauenstimme und ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
„See Out Loud“ hingegen setzt auf die kantige, nächtliche Energie, die Interpol-Fans seit „Turn On The Bright Lights“ (2002) kennen und lieben – diesmal sogar mit Gesang von Daniel Kessler, seinen ersten Vocals auf einem Interpol-Album seit dem Klassiker „PDA“.
Beide Songs sind jetzt draußen – „This Mirror Weighs A Ton“ mit Visualizer, „See Out Loud“ mit Lyric-Video – und machen neugierig auf das, was noch kommt.
