PJ Harvey hat heute ihre neue Single „Voyager“ inklusive Musikvideo veröffentlicht.
PJ Harvey schickt ein Lebenszeichen aus der Tiefe des Alls: Mit der Single „Voyager“ meldet sie sich zurück und gibt damit den ersten Vorgeschmack auf ihr nächstes künstlerisches Kapitel.
Und ja, der Titel ist Programm: Es geht um die NASA-Sonden, die seit 1977 durchs interstellare Nichts trudeln und dabei mit stoischer Gelassenheit ein Alter erreicht haben, das selbst für Raumfahrzeuge beachtlich ist.
Der Song war eigentlich schon als Teil von PJ Harveys nächstem Album entstanden, als Physiker Brian Cox sie bat, einen Beitrag für seine „Emergence“-Tour zu schreiben. Sie schickte ihm kurzerhand die Sprachnotiz des bereits existierenden Stücks, um zu testen, ob es passen könnte – und Cox dachte sofort an das Funksignal der Voyager-Sonde, das zu der Erde zurückgesendet wird.
Mit dieser Idee im Gepäck feilte PJ Harvey gemeinsam mit Komponist Dario Marinelli und einem kompletten Orchester in den Miraval Studios der Provence weiter an dem Song, der Streicher und Synthesizer-Frequenzen ineinander verschränkt: eisig, schwebend, und trotzdem seltsam warm.
Über das letzte Album der Künstlerin „I Inside The Old Year Dying“ von 2023 schrieb MusikBlog im Review: „Von politischen Themen (…) wendet sich ‚I Inside The Old Year Dying‘ ab und Organischen zu“. Mit „Voyager“ tauscht PJ Harvey nun das Unterholz gegen das Weltall, bleibt aber erstaunlich nah am Menschlichen.
Inhaltlich nimmt PJ Harvey die Perspektive der Sonde ein und fragt sich, was Voyager 2 uns wohl mitteilen würde, könnte sie sprechen. Sie selbst erzählt: „Ich habe mich auf die Herausforderung gefreut, einen Song aus der ‚Perspektive‘ von Voyager 2 zu komponieren.“
Herausgekommen ist eine Meditation über unsere Zerbrechlichkeit – wir sind hier nur ein „blassblauer Punkt“, eine Schneeflocke, Staub im Sonnenlicht.
PJ Harvey zitiert dabei explizit Carl Sagan und dessen berühmte Beschreibung der Erde, was dem Song eine andächtige Note verleiht, ohne dabei kitschig zu werden. Eine kleine Kunst für sich.
Zu der Single gibt es ein passendes Video: Vier Minuten lang wandern wir durch abstrakte Flächen und Sphären, erleben einen Raketenstart und blättern uns durch eingeblendete Berechnungen, Archivbilder und wissenschaftliche Notizen.
Am Ende blickt die Sonne hinter der Erdoberfläche hervor – ein ruhiger, cinematischer Schlusspunkt.
