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Arca hat heute mit „XXXXX“ ein neues Album angekündigt. Es erscheint nächste Woche, am 31. Juli via XL Recordings.

Fünf Jahre lang hat Arca alles Mögliche getan – nur kein Album. Damit ist nun Schluss: „XXXXX“ ist der erste Longplayer seit dem monumentalen „KICK“-Fünfteiler.

16 Stücke umfasst das Werk, das ursprünglich als Mixtape gedacht war. Den Kurswechsel begreift die venezolanische Künstler*in selbst als Spiel mit den Erwartungen: Es habe etwas Verspieltes, geradezu Schelmisches, den Autopiloten zu unterbrechen, sagt sie.

Wer nach dem grellen Pop-Furor der „KICK„-Ära mit mehr Zugänglichkeit gerechnet hatte, dürfte überrascht werden. „XXXXX“ zieht in dunkleres, aggressiveres Terrain, setzt auf Widerspruch und rohen Instinkt und erinnert damit an frühere Mixtapes wie „@@@@@“ (2020) und „&&&&&“ (2013).

Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil Arca zuletzt bei der Kritik durchaus zwiespältig ankam. MusikBlog urteilte über die Fortsetzungen des „KICK“-Zyklus, am Ende stehe „ein an Details überreiches, dafür an Statements umso ärmeres Gesamtwerk“, ein Befund, den die neue Radikalität nun womöglich korrigiert.

Die Tracklist liest sich entsprechend knapp und schroff: „No End“, „Syncope“, „Raver“, „Fxck“, „Taconeando“, „Throb“. Kein Wort zu viel. Immerhin: Sperrigkeit war bei Arca noch nie ein Zufall, sondern Programm.

Vorab gibt es etwas zu sehen. Am kommenden Donnerstag, den 23. Juli überträgt Arca ab 21:30 Uhr einen zweistündigen Livestream aus Barcelona auf Twitch und YouTube, inszeniert von Daniel Sannwald, gestylt von Akeem Smith und an sieben verschiedenen Schauplätzen gedreht.

Mehrere bislang unveröffentlichte Albumtracks sollen dabei erstmals zu hören sein. Ermöglicht wird die Produktion durch die Unterstützung der Dating-App Feeld, womit – wie Arca augenzwinkernd anmerkt – eine Show mit vollem Glamour und ordentlichem Budget möglich werde. Man dürfe gern einschalten, so ihre Einladung an alle, die experimentelle Kunst unterstützen.

Untätig war die in Venezuela geborene Produzentin, Sängerin und non-binäre Künstlerin ohnehin nicht. Anfang des Jahres eröffnete sie am Londoner ICA ihre erste Malerei-Ausstellung, veröffentlichte die Doppelsingle „Puta“ / „Sola“, mischte Stücke neu für Addison Rae, Robyn und Hikaru Utada, kollaborierte mit Tokischa auf „Chama“ und steuerte Produktionsarbeit zu Madonnas „Confessions II“ bei.

Außerdem war sie auf den Laufstegen bei den Fashion Weeks zu sehen und hat den Soundtrack zu Stillz‘ Film „Barrio Triste“ komponiert. Wer da noch von einer Schaffenspause spricht, hat schlicht nicht hingeschaut.

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