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Arca (Credit Hart Leshkina)

Arca – KiCk i

Ist der Ruf erst einmal durch jahrelange Koryphäen der experimentellen Musik hart erarbeitet, lässt sich auch die eigene Musik absichtlich sperrig und tiefgründig gestalten.

Genau so beschreibt Arca ihre Solo-Werke nämlich seit Jahren. Die Musikproduzentin, die sich 2018 als nonbinär geoutet hat, aber teilweise die Pronomen „sie/ihr“ bevorzugt, ist der Kopf hinter Songs von Björk, FKA twigs oder auch Kanye West.

In einer ähnlich geladenen Sound-Kulisse verlagern sich auch die Stücke der extrovertierten Künstlerin. Auch ihr neuester Streich „KiCk i“ ist ein Potpourri verschiedener Einflüsse und Experimente.

Im Opener „Nonbinary“ startet Arca mit metallischen Tönen, die schon nach kurzer Zeit in verschiedene Richtungen zu entgleisen scheinen, und präsentiert darauf hektischen Sprachgesang.

„I Do What I Want To Do When I Want To Do It“ macht die Künstlerin klar, um kurz darauf zu wiederholen „Speak For Yourself.“ Mit „Time“ folgt direkt im Anschluss elfengleicher Gesang, der mit Hall und hier und da schrillen Synthie-Tönen unterlegt wird.

So vielfältig sich Arca in nur diesen zwei Songs von „KiCk i“ zeigt, so experimentierfreudig war sie sich auch auf ihren vergangenen zwei Alben. Als Künstlerin war Arca schon immer eine Art Gestaltenwandlerin – äußerlich wie musikalisch.

Doch alleine agiert sie in dieser Wandelbarkeit auf „KiCk i“ nicht – neben Shygirl und Rosalia ist auch die isländische Legende Björk mit von der Partie und unterstützt Arca mit hingebungsvollem und beinahe schon schmerzerfülltem Gesang im vierminütigen „Afterwards.“

Der Song scheint wie eine Aneinanderreihung von Sound-Schnipseln, die sich eine Zeit lang im Loop drehen und schließlich doch mit tiefem Bass ausbrechen.

Nicht auf ein Genre festgelegt sein, nicht gelabeled werden – so stellt Arca sich ihre Musik vor. Mit dem wilden bis anstrengenden über ergreifenden „KiCk i“ dürfte ihr das gelingen.

Und auch ihrem Motto „absichtlich sperrig und tiefgründig“ bleibt die Musikproduzentin treu. Es braucht eben auch einen gewissen Mut, sich wirklich diesem Album hinzugeben.

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