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Faith No More haben gestern ihre Reunion offiziell bestätigt und vier Stadionkonzerte in Australien und Neuseeland mit System Of A Down angekündigt. Für Faith No More sind es die ersten Live-Auftritte seit zehn Jahren.

Wer die Geschichte von Faith No More kennt, weiß: Ankündigungen dieser Band sollte man mit einer gesunden Portion Skepsis genießen. Seit Mike Patton 1988 als fester Sänger einstieg, konnte man sich bei der Band vor allem auf eines verlassen: ihre Unberechenbarkeit.

Erste Trennung 1998, Reunion-Tour und Best-Of-Album 2009, dann 2015 mit „Sol Invictus“ das erste neue Album seit 18 Jahren – ein Album, auf dem sich die Band laut MusikBlog-Review „mühelos zurück in die Herzen ihrer in die Jahre gekommen Anhängerschaft“ rockten und stampften.

Es folgte ein munteres Auf und Ab: 2020 sollte es wieder losgehen, die Pandemie funkte dazwischen, 2021 wurden Termine verschoben und dann doch abgesagt, weil Patton offen über psychische Probleme sprach.

Eine Agoraphobie-Diagnose und eine Phase verstärkten Alkoholkonsums folgten. Nebenbei hielt er sich mit seinem Grindcore-Projekt Dead Cross, einem Song für ein Teenage-Mutant-Ninja-Turtles-Videospiel und Touren mit seiner alten Schulband Mr. Bungle bei Laune.

Im Februar dieses Jahres tat er sich wieder mit Tomahawk zusammen, einem weiteren seiner zahllosen Nebenprojekte.

Auch die übrigen Mitglieder von Faith No More äußerten sich zuletzt eher zurückhaltend zu der Zukunft der Band. Bill Gould und Mike Bordin zeichneten im vergangenen April ein wenig euphorisches Bild, und Keyboarder Roddy Bottum, der parallel ein Album mit Imperial Teen vorbereitete und seine Memoiren „The Royal We“ veröffentlichte, sprach zeitweise sogar von einer „unbefristeten Pause“.

Umso überraschender kam im Juni ein kryptischer Post auf Instagram, der Fans aufhorchen ließ – und nun herrscht endlich Gewissheit.

Wer die Kommentarspalten unter der Ankündigung liest, merkt schnell: Vier Termine reichen den Fans bei Weitem nicht. Ob es bei dieser Mini-Tour bleibt oder sich daraus doch noch etwas Größeres entwickelt, wird sich zeigen.

Bei einer Band, deren Bandgeschichte selbst wie eine Wundertüte aus Absagen, Comebacks und halbgaren Ankündigungen wirkt, würde eine plötzliche Kehrtwende jedenfalls niemanden wirklich überraschen.

Bis dahin heißt es: Koffer packen für Down Under, wo Faith No More und System Of A Down im Doppelpack für Nostalgie und Nackenschmerzen sorgen dürften.

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