DIIV haben gestern ihre neue Single „The Fountain“ veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „ZIRP!“, das am 30. Oktober via Fantasy Records erscheint.
Angekündigt haben DIIV ihr neues Werk auf mysteriöse Art und Weise: Treue Fans bekamen letzte Woche per Post eine geheimnisvolle Hotline-Nummer zugeschickt – und wer anrief, bekam einen ersten kryptischen Vorgeschmack auf das, was da kommen sollte.
Jetzt folgt die offizielle Auflösung: Das fünfte Album der Band heißt „ZIRP!“, die Lead-Single „The Fountain“ ist seit gestern zu hören.
Wer bei DIIV bisher an Shoegaze-Nerds mit Hang zum Grunge dachte, darf sich neu sortieren: Die Band nennt ihren aktuellen Ansatz selbstbewusst „The New Alternative“ – ein Genre-Begriff für die algorithmisch durchoptimierten 2020er-Jahre der Musikindustrie, in denen eine Million Streams nett, eine Milliarde schon besser und eine Billion offenbar keine Utopie mehr ist.
Auf „ZIRP!“ bringen Zachary Cole Smith, Andrew Bailey, Colin Caulfield und Ben Newman zwei Pole zusammen, die DIIV eigentlich schon immer zusammengehalten haben: Underground-Instinkt und Pop-Gespür.
Klang das 2019er-Album „Deceiver“ noch nach Grunge-Reminiszenz und wurde „Frog In Boiling Water“ (2024) im MusikBlog-Review als „formidabler Slow-Core am Puls der Zeit“ beschrieben, geht es auf „ZIRP!“ hörbar Richtung Arena.
„The Fountain“ jedenfalls hat mit seinem treibenden Gitarrenriff durchaus das Zeug dazu, ganze Hallen zum Mitgrölen zu bringen.
Produziert wurde das neue Album von A. G. Cook, bekannt für seine Arbeit mit Caroline Polachek und Charli XCX, der sich für die Aufnahmen regelrecht zum DIIV-Experten entwickelt hat.
Statt Demos am Rechner zu zerlegen und wieder zusammenzusetzen, wählte er den analogen Weg: „Ich war geradezu besessen von ihrem Live-Sound und bestand darauf, das Schlagzeug live aufzunehmen, noch bevor die meisten Songs überhaupt fertig waren“, erklärt er.
So entstand aus wenigen Studio-Durchläufen das titelgebende Konzept – ein utopisch-dystopisches Mantra, das DIIV, so Cooks, in neue klangliche Gefilde katapultieren sollte.
Dass DIIV mit „ZIRP!“ jetzt einen Namen für ihren Sound gefunden haben, kommt nicht von ungefähr: Acts wie Slayyyter, Eartheater und Turnstile haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sich niemand mehr um alte Genre-Grenzen schert.
DIIV haben dieses Terrain nur schon länger beackert, ohne dass es dafür ein Etikett gab. Jetzt gibt’s eins. Und mit „The Fountain“ auch gleich den passenden Beweis dazu.
Der Visualizer zum Song schickt einen Pfeil durch abstrakte 3D-Welten voller Boom-Bust-Ästhetik – rauf, runter, rauf. Entfremdeter Kapitalismus, jetzt auch zum Zuschauen.
