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DIIV – Deceiver

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Dass DIIV es bis zum dritten Album schaffen würde, darauf hätten gewagte Wetten stehen können. Mehr als einmal hing Zachary Cole Smiths Leben am seidenen Faden eines Heroinentzugs.

Retrospektiv war auch die „Is The Is Are“-Phase nicht jener gesundende Befreiungsschlag, der Smith ein nachhaltiges Leben bescherte. Der die melancholische Leichtigkeit introvertierter Rockmusik atmende Sound hingegen, stellte ihr gelungenes Debüt deutlich in den Schatten.

Nach dem Knaller „Is The Is Are“ werden nun andere Brötchen gebacken. Natürlich musste die Tour dazu noch im selben Jahr des Erscheinens abgebrochen werden. Auch mit Sky Ferreira bildet Smith kein fatales Pärchen mehr. Die Einsicht, ein echter, sein Leben gefährdender Junkie zu sein, tut immer weh.

Der offensichtlich einzig erfolgversprechende Ansatz zu schwerer Suchtüberwindung, sich in die helfenden Hände anderer zu begeben, fremde Hilfe anzunehmen, übertrug sich offenbar auch auf „Deceiver“ – schon vom Titel her eine Abrechnung mit dem alten Ich. Denn zum ersten Mal lassen DIIV, also Smith, einen Produzenten für ihren Album-Sound zu.

Sonny Diperri hat dann auch ganze Arbeit geleistet, DIIV in eine neue Entwicklungsrichtung zu produzieren. Riff-Kaskaden finden sich hier kaum noch. Bleiern besingt hier der Shoegaze den Herbst und das Vergehen.

Von den alten Surf-Rock-Elementen, die immer ein lichter Moment im depressiven Grundpastell von DIIV waren, ist gar nichts mehr geblieben. DIIV gehen den Pfad von Genreheroen My Bloody Valentine, für die Diperri sich ebenfalls schon als Produzent auszeichnete.

Ja, „Deceiver“ ist ein ganzes Stück depressiver, sich hinter kunstvoll arrangierten Soundeffekten versteckender. Eine ehrliche Abrechnung mit der eigenen Vergangenheit bringt selten nur Hübsches zutage.

Dennoch wohnt auch „Deceiver“ ein, diesmal nicht sofort zugänglicher, Wert inne. Hinter der ganzen Schwere rockt hier immer noch eine Band im Geiste früher Sonic Youth sich den Weltschmerz von der Seele.

Vielleicht nicht mehr so verzaubernd wie zuletzt, dafür ehrlicher und möglicherweise sogar nachhaltiger.

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