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Direkt am Rheinkilometer 652 in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn gelegen, befindet sich der Kunst!Rasen, ein im Sommer zu Freiluftkonzerten genutztes, 10.000 Besucher*innen fassendes, Gelände. Nachdem die letzten Spätsommertage bereits für unterschiedlichste musikalische Aktionen genutzt wurde, stand der gestrige Freitag ganz im Zeichen von einem weiblichen Line-Up, das vor allem bei jenen Fans, die nicht mit einem Testosteronüberschuss durchs Leben gehen, regen Zuspruch fand.

Der um zehn Minuten verlängerte Slot für Rapperin Milli eröffnete den Tag kurz nach 17:00 Uhr, diese powerte ordentlich und lieferte Energie für die kommenden Stunden. Nachdem sie vor jedem Song immer ein Paket öffnete, das einen Hinweis auf den kommenden Track beinhaltete, suchte sie für ihre letzte Performance Unterstützung „mit fettem Arsch“ aus der Menge und performte mit ihnen gemeinsam.

Nahtlos schloss sich Mariybu an, die keine Scheu zeigte, ein Blatt vor den Mund zu nehmen, um Kritik an der männerdominierten Gesellschaft loszuwerden. Zwischen Songs, die aus den 50 besten Hate-Kommentaren zu einem Hit zusammengefasst wurden und Liedern, die so zum Mitmachen einluden, dass Mariybu kurzzeitig ohne ihr Bodypack über die Bühne springen musste, gab es erneut die Möglichkeit für den gleichen Fan, mit der Künstlerin auf der Bühne zu stehen.

Nachdem dieser bereits bei Milli nach vorne geholt wurde, hatte Fan Collin erneut die Möglichkeit und eroberte schon nach den ersten textsicheren Zeilen und seiner Performance die Herzen des restlichen Publikums. Die Menge vor der Bühne bebte, so dass Mariybu zu, Ende hin beteuerte, dass dieser Auftritt ihr Highlight des Jahres gewesen sei.

Domiziana, die in diesem Jahr schon als Voract des K.I.Z Frauenkonzerts in der Uber Arena gastierte, verwandelte mit ihren Bässen und elektronischen Lauten die Crowd, sogar „OHNE BENZIN“, in ein aufgeheiztes Publikum. Trotz des Regens, der sich kurz vor Beginn über das Gelände ergoss, brachte die Künstlerin ein Strahlen in die, selbstverständlich textsichere, Menge, so dass sich gegen Ende sogar die Sonne wieder hinter den Wolken hervortraute.

Zwischen „SOS“ und „AMORE“, welche die Italienerin – wie immer – auf ihrer Drehscheibe performte, erreichte sie vor „HELLO KITTY“ die „lauteste Crowd Deutschlands“, indem sie alle aufforderte nur mit Daumen und Zeigefinger zu klatschen.

Die Nacht brach langsam herein, aber das war noch lange keine Zeit zum Gehen am Rheinufer. Headlinerin Ikkimel betrat um 20:15 Uhr die Bühne und erreichte gemeinsam mit allen Anwesenden eine Lautstärke, die wohl weiter als nur im anliegenden Park zu vernehmen war.

Zwischen Gassenhauern wie „WHO‘S THAT“, „IDGAF“ und „AMENA“ schossen nicht nur Vodka-Shots aus Wasserpistolen, sondern auch T-Shirts aus Kanonen von der Bühne. Wie auf jeder der diesjährigen Shows war es an der Reihe zusammen mit „Mutter Ikki“ eine Geburt zu zelebrieren. Nachdem Fan Lea während „MAMI“ erfolgreich eine kleine Ikkimelpuppe auf der Bühne entband, gab es noch einmal die Chance für Dauerperformer Collin auf der Bühne zu stehen und mit Hundemaske,eingesperrt in einem Käfig, seine bestmögliche Unterwürfigkeit zu zeigen.

Die Abwanderung nach Ikkimel war groß, dennoch erhielt DJane Felicia Bianco, die den Tag mit ihren Beats ausklingen ließ, regen Zuspruch. Ihre elektronischen Beats waren noch auf der gegenüberliegenden Rheinseite zu vernehmen, die Konzerte des Abends hingegen werden noch weit über diesen Tag hinaus nachhallen.

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