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„Room 12“ ist zwar nicht programmatisch das 12., aber immerhin bereits das achte Album von Timbre-Ausnahmetalent LP. In Zusammenarbeit mit Produzent Mike Del Rio, mit dem Laura Pergolizzi, für das LP steht, schon für das Multi-Platinum Album „Lost On You“ (inklusive dem gleichnamigen Titelsong) gemeinsame Sache machte, geht es dieses Mal in die retro-gefärbten Zwischenräume.

2023 stürzte sich LP auf „Love Lines“ noch in jeden noch so großen Refrain mit einer Inbrunst, die schnell nach Überforderung gerochen haben. Auch „Room 12“ inszeniert LPs ungewöhnliche Stimmfarbe noch als klaren Fokus-Punkt, dimmt dafür das Licht aber auf eine durchaus bekömmlichere Weise. Es ist das unaufgeregtere Album mit einem guten Gespür für romantische Stimmungslagen.

Das macht „Room 12“ zu einer Platte, die man durchaus im Hintergrund bei einem Date in den eigenen vier Wänden anwerfen könnte (wenn man auch dickes Fell gegenüber einer gewissen Prise Kitsch mit sich bringt).

LPs Lyrics sind auch 2026 nicht solche, für die man unbedingt einen Lektüreschlüssel oder seitenlange Diskussionen auf der Plattform Genius braucht, um sie zu verstehen. Aber die Stimmung, die mit sehr unterschiedlichen Mechaniken geschaffen wird, changiert dafür so schön wie eine Lava-Lampe.

„Room 12“ ist ein Raum der Hingabe, der Zuneigung, der großen Gefühle. Dafür gibt es die Schmetterlinge im Bauch mit Dur-Tönen und großen Gesten („Best In Life“ oder „Mi Corazón“), aber natürlich auch den Herzschmerz und die Melancholie.

Wenn LP mit Mundharmonika eine Country-Attitüde testet („Jonesin“) oder vor 2000er Beats und Streichern auf die Y2K-Ästhetik setzt („When I Think Of You“ im Feature mit einer spanischsprachigen Sängerin), schlittert das oft direkt in die Phrasen-Ecke rein.

Musikalisch hat man das so schon alles mal irgendwo gehört, aber LP zeigt dieses Mal das abwechslungsreiche Spektrum des eigenen Timbres und probiert sich deutlich mehr aus als auf dem Vorgänger. Ein paar mehr eindeutige Hits wie „Don’t Stop“ hätten der Platte am Ende aber nicht geschadet.

Wer geschmackvollen, unaufgeregten Alternative-Pop sucht, der aus den letzten Jahrzehnten Pop-Geschichte zehrt, sollte sich das Album durchaus zu Gemüte führen.

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