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Beirut – The Rip Tide

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Alle guten Dinge sind bekanntlich drei, das gilt nun auch für Beirut-Alben. Während die erste Platte „Gulag Orkestar“mit der Huldigung des Balkan-Folk noch mit dem Etikett „Sehr interessant“ glänzen konnte, war das zweite Album „The Flying Club Cup“ ein Meisterwerk an Melancholie unter Beibehaltung des typischen Balkansounds. Seit The Band Of Holy Joy und Scott Walker hat wohl niemand mehr so traurig-dramatisch-schöne Lieder gemacht, mit Ausnahme von vielleicht Anthony.

Mit „Realpeople: Holland“ als Teil der Doppel-EP „March of the Zapotec & Realpeople: Holland“ folgte dann unter dem bereits früher verwendeten Synonym Realpeople ein Ausflug in Richtung Elektro-Pop mit tanztauglichen Titeln. Ein sehr vielversprechender Ansatz, einen solchen Ausflug unter Beibehaltung der beirut-typischen Sound-Elemente und ohne im Balkandisco-Abklatsch zu landen, hätte man Beirut gar nicht zugetraut.

Auf der zweiten EP „March of the Zapotec“ waren dann wieder traditionelle Klänge zu hören und vielleicht zeigte sich damit schon die Ambivalenz von Zach Condon auf der Suche nach dem zukünftigen Beirut-Sound.

„The Rip Tide“ befindet sich irgendwo zwischen diesen beiden Beirut Klangwelten im Niemandsland. Man weiß nicht so recht, wofür dieses Album steht und in welche Richtung Beirut gehen will. Es beinhaltet den bekannten, typischen Beirut-Sound, etwas weniger dramatisch und etwas poppiger, und könnte im Prinzip auch als Best-Of Album durchgehen. Oder eine Zusammenfassung des bisherigen Schaffens. Oder aber doch als die Musik und Stilrichtung, die Beirut bisher geprägt hat und in Zukunft weiter be- und vertonen will.

Den Innovationsbonus hat Beirut mit „The Rip Tide“ nun verloren. Aber vielleicht schafft es Zach Condon damit doch noch, eine neue Pop-Kategorie zu definieren und die Tragik und Melancholie der süd-osteuropäischen Folkmusik in mundgerechten, leicht verdaulichen Häppchen in unseren Alltag zu bringen.

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