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Heino – Mit freundlichen Grüssen

Wenn das kein Knaller zum Jahresauftakt ist! Der Liebling aller Volksmusik-Liebhaber und  Plüschsofa-Besitzer, dessen Albumcover neben dem Plattenspieler meiner Oma mir beim sonntäglichen Kaffeetrinken eine Gänsehaut über den Rücken laufen ließ, der -neben  Andrew Eldritch der einzig legitimierte Dauer-Sonnenbrillenträger – covert ein ganzes Album mit neumodischem Zeugs.

Nena, Westernhagen, Clueso, Keimzeit – kaum ein angesagter Act der letzten Jahrzehnte nationalen Musikschaffens kommt ungeschoren davon. Was einige Kapellen übrigens gar nicht witzig fanden. Die Ärzte drohten angeblich mit 6–stelliger Schadensersatzforderung und auch Rammstein fanden das Treiben des blonden Barden wohl nicht so komisch. Könnte daran gelegen haben, dass der Band erst jetzt die zwei „r“ in „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ aufgefallen sind und sie sich nun ärgert, dass Heino beim Covern jetzt die Nase vorn hat. Ganz schön spießig, zumal mit dem 74 jährigen Düsseldorfer in der Vergangenheit auch nicht zimperlich umgegangen wurde, erinnert sei an den „wahren Heino“ oder seinen „Zombie-Auftritt“ im Otto Film. Wenigstens Die fantastischen Vier nahmen es mit Humor und wünschten viel Glück.

Da Heinz Georg Kramm aus urheberrechtlichen Gründen Melodie und Text der Songs nicht verändern durfte (und sicher auch nicht wollte), werden die Songs im seinem typischen Stil durchgezogen. „Junge“ von den Ärzten wird mit einer Überzeugung interpretiert, als könnte das Stück nur aus seiner Feder stammen und die Warnung an die Jugend schlechthin sein. Souverän rappt er  sich durch „MFG“; „Augen auf“ von Oomph! wird ohne das sonstige Gedöns gnadenlos als extrem einfach gestrickt enttarnt. „Haus am See“ klingt besser als im Original, was bei Material von Peter Fox allerdings auch jeder mittelmäßige Straßenmusiker hinbekommt. Höhepunkt des Album ist die Interpretation von Nena’s „Leuchtturm“.

Volume 2 muss nicht sein, aber sicher scheint, dass das Album auf  Zeltplätzen diverser Festivals des Sommers 2013 in der Heavy Rotation sein wird, große Chancen dafür gibt es auch an der fernen Schinkenstrasse, was wiederum Auswirkungen auf die Marktanteile der gecoverten Musiker haben dürfte. Also mal schön dem alten Mann auf die Schulter hauen und wieder lieb haben.

Kommentare

  1. […] Ausflug in die Welt von Rock und Metal wirkte hingegen ähnlich künstlich zusammengestöpselt wie Heinos […]

  2. […] Album handelt. Wobei ich Xavier Naidoo natürlich nicht unterstellen möchte, er wolle vom Hype Heino‘s profitieren, aber das ist ein anderes […]

  3. […] Kollegah & Farid Bang sind derzeit in aller Munde. Derzeit liefert sich das Rapper-Duo einen erbitterten Kampf um die aktuelle Nummer Eins Platzierung mit Heino und seinem Album “Mit freundlichen Grüßen“. […]

  4. Finds nicht schlecht. Aber auch sinnlos gehyped.

  5. […] Nena, Westernhagen, Clueso, Keimzeit – kaum ein angesagter Act der letzten Jahrzehnte nationalen Musikschaffens kommt ungeschoren davon. Was einige Kapellen übrigens gar nicht witzig fanden. Die Ärzte drohten angeblich mit 6–stelliger Schadensersatzforderung und auch Rammstein fanden das Treiben… (Weiterlesen auf MusikBlog) […]

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