Emiliana Torrini – Tookah – Das Album nach dem Hit

Emiliana TorriniMit “Tookah“ veröffentlicht die gebürtige Isländerin Emiliana Torrini nun schon ihr sechstes Album. Fünf Jahre hat sie sich Zeit gelassen für den Nachfolger von “Me and Armini”, das Album mit ihrem bisher größtem Hit “Jungle Drum”.

Die Künstlerin wurde am 16. Mai 1977 auf Kogavogur, der zweitgrößten Stadt Islands geboren. Nach einer musikalischen Ausbildung an der Opernschule, machte Emiliana Torrini Ihre ersten musikalischen Erfahrungen mit dem isländischen Musikprojekt Gus Gus.

Nach zwei nur in Island erschienen Alben “Crouçie D’où Là” und “Merman” kam der internationale Durchbruch dann mit “Love In The Time Of Science”, das 1999 veröffentlicht wurde. “Love In The Time Of Science” wurde von Roland Orzabal und Alan Griffiths produziert, Mitglied der englischen Band Tears for Fears. Elektronika und Trip Hop dominierten “Love In The Time Of Science” daher wurden kurzerhand auch Vergleiche mit der wohl bekanntesten isländischen Künstlerin dieses Genres gemacht: Björk.

Um sich dennoch als eigenständige Musikerin zu entwickeln und anerkannt zu werden, folgte ein Kurswechsel mit den darauffolgenden Alben “Fisherman’s Woman” und “Me And Armini”. Diese Werke waren eher Indie Pop und Folk orientiert, obwohl die elektronischen Elemente, insbesondere auf “Me And Armini”, nie ganz verschwanden.

Nun erscheint das neue Album “Tookah”, das sich der Elektronik stärker widmet als zuvor. Folk und Indie-Pop Einflüsse sind nach wie vor dominierend, nun scheint es, als hätte Emiliana Torrini mit ihrer neuen Platte die perfekt Balance zwischen Elektronika, Folk und Indie-Pop gefunden. “Caterpillar” und “Autumn Sun” sind zwei traumhaft schöne Folk Songs, die den Hörer mit  Emiliana Torrinis sanfter Stimme umnebeln. Abgesehen von dieser Beschwinglichkeit, dominieren jedoch die dunklen Momente das Album.

Mit “Animal Games” und “When Fever Breaks” kommen die elektronischen Elemente, ohne den Folk ganz zu ignorieren, stärker zum Einsatz- mit der düsteren Grundstimmung sind dies die wohl dunkelsten Songs in Emiliana Torrinis Karriere. Überhaupt glaubt man dass Emiliana Torrini sich einen gewissen Frust und Ärger vom Leib singen will.

Ein Grund hierfür könnte der große Erfolg von “Jungle Drum”, vom vorherigen “Me And Armini”, sein. “Jungle Drum” war Segen und Fluch zugleich für die Musikerin- vielerseits wurde sie lediglich mit diesem einzigen Hit identifiziert. Viele Künstler bekommen danach nie wieder einen Fuß auf den Boden. Bei Emiliana Torrini kam es zu einer langen Schreibblockade, mit  ”Tookah” jedoch wagt Emiliana Torrini den Befreiungsschlag, als ob sie der Welt beweisen wollte, dass dieses neue Album ihren wahren Charakter widerspiegeln.

Mit “Tookah” hat Emiliana Torrini den perfekten Soundtrack für die kommenden Tage gefunden, der uns durch die kühle Herbst und Winterzeit  begleiten wird.

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