Die Manic Street Preachers, die Band, die nach jedem Album eine längere Pause ankündigt, sind zurück. Aber was üblicherweise folgt, ist eine lange Tournee und nach 2-3 Jahren wieder ein neues Album. In jedem Interview nach der Veröffentlichung eines neuen Albums, ist die  Rede vom Ausgebranntsein und großen Veränderungen oder sogar von Auflösung. Aber Gott sei Dank kommt es immer anders.

Die Band aus Wales, die 1986 gründete wurde, durchlebte dramatische und turbulente Zeiten. Am Anfang Ihrer Karriere waren die Manic Street Preachers berüchtigt für ihre wilden Konzerte, wo schon mal das Equipment zerschlagen wurde oder die Konzerte im totalen Chaos endeten.

Nach drei erfolgreichen Alben, darunter das für viele als Meisterwerk geltende “The Holy Bible”, verschwand Ihr Gitarrist Richey Edwards am 1. Februar 1995 spurlos und ist bis heute nie wieder aufgetaucht. Er war in der Band das “enfant terrible”, aber auch ein hochsensibler Mensch und grandioser Textschreiber. Am 23. November 2008 wurde er offiziell für tot erklärt.

Nach seinem Verschwinden veröffentlichten die Manic Street Preachers ihr bisher kommerziell erfolgreichstes und auch bestes Album “Everything Must Go”.

2009 kam dann mit dem dunklen “Journal For The Plague Lovers”  das sehr  “Holy Bible”-ähnliche Album heraus. Sie verarbeiteten hier noch die übrig gebliebenen Texte von Richey Edwards.

Als die Manic Street Preachers 2010 “Postcards From A Young Man” veröffentlichten, war mal wieder von großer Pause die Rede. Diese dauerte gerade mal drei Jahre und nun haben wir also das neue Album “Rewind The Film” vor uns liegen, dazu wird gleichzeitig schon für 2014 das nächste Album “Futurology” geplant.

Ein akustisches und ein Rock-Album haben die Manic Street Preachers angekündigt. “Rewind The Film” soll das akustische Album sein. Mit “The Sullen Welsh Heart” geht es auch gleich gemächlich los. Im Duett mit der englischen Sängerin Lucy Rose singt James Dean Bradfield, begleitet von einer akustischer Gitarre, ein nettes kleines Lied, das erst nach mehrmaligem Hören richtig zündet.

So ganz stimmt das nicht mit dem akustischen Album, denn mit der Single “Show Me The Wonder” gibt es Zuckerwatte-Pop, sogar Motown-Sounds kann man heraushören . Ein Lied mit hohem Wiedererkennungswert und eine der besten Singles im Manic Street Preachers-Repertoire.

Der Titelsong “Rewind The Film” wird hauptsächlich gesungen von Richard Hawley, dem Ex-Pulp-Mitstreiter und dessen dunkle Stimme gibt dem ganzen eine düstere Grundstimmung, so dass man “Rewind The Film” vielleicht doch als das dunkle Album bezeichnen kann.

Bei “Anthem For A Lost Cause” ist Dramatik angesagt mit Pomp – und “Running Out Of Fantasy” ist wieder ein akustisches Meisterwerk. Obwohl die beiden Lieder musikalisch genau das Gegenteil darstellen, so sind sie sich von der Thematik jedoch sehr ähnlich – alles dreht sich um Verlust und Hoffnung.

Es ist doch ein textlich nachdenklich machendes Werk und deshalb ein insgesamt sehr melancholisches Album. “Rewind The Film” ist im Grunde genommen aber nichts anderes, als ein typisches Manic Street Preachers-Album – und vielleicht sogar ihr bestes seit “Everything Must Go”.

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