White Lies – Big TV

White Lies ist eine englische Alternative-Rock-Band aus dem Stadtteil Ealing, London. Sie gehören zu dem Post-Punk-Revival, das durch Bands wie Franz Ferdinand, Editors und Maximo Park sowie noch einer Vielzahl anderer Bands ausgelöst wurde.

Der musikalische Einfluss dieses Genre kommt zum Beispiel von Legenden wie Joy Division, Television und den Talking Heads. Das heißt, man nimmt die düstere Atmosphäre von Joy Division und verbindet sie mit dem trockenen Gitarrensound von Television und dem Funk/Dance-Touch der Talking Heads und schon hat man den Sound des Post-Punk-Revival.

Manche Bands, wie das immer so ist, wenn ein neues Musikgenre aufkommt, verschwinden aber wieder so schnell wie sie gekommen sind. White Lies gehören zu der Sorte Bands die mit dem Erstwerk “To Lose My Life” von den Kritikern hochgelobt wurden und auch gleich die Charts stürmten.

Es wurden sofort Vergleiche mit Joy Divison gemacht und auch die Stimme des Sängers Harry McVeigh wurde mit der von Ian Curtis verglichen. Ich persönlich finde solche Vergleiche unsinnig, denn dadurch diminuiert man doch nur das Potential und Können der heutigen Bands.

Nach den Lobeshymnen und dem dadurch entstehenden Druck wurde es natürlich umso schwieriger, mit dem zweiten Album auf dem gleichen Niveau zu bleiben und so wurde das Zweitwerk “Ritual” von den Kritikern auch prompt nicht mehr so enthusiastisch aufgenommen. Auch kommerziell war “Ritual” bei weitem nicht mehr so erfolgreich wie das Erstwerk.

Also was kann man jetzt von “Big TV” erwarten? Nach dem ersten Eindruck von der Single “There Goes Our Love Again”, muss man sagen, es ist wieder alles da, was das erste Album ausgezeichnet hat.

Einprägsame Melodien und ein Refrain, der einen nicht mehr loslässt. Der stärkste Punkt der Band ist aber sicherlich die Stimme von Sänger Harry McVeigh, dieser einprägsame Gesang, der auch eine gewisse Melancholie mitbringt ist das Markenzeichen der Band.

Das Songwriting ist aber auch vom Feinsten, denn ohne einprägsame Melodien hilft die beste Stimme nichts.

Bei “Getting Even”, für mich der stärkste Song des Albums, kommt alles zusammen, was diese Band so stark macht, grosse Melodien, ein starker Refrain und natürlich wieder diese Stimme, alles kombiniert in Perfektion.

“Tricky To Love” ist ein Lied, was einen in eine melancholische Atmosphäre entführt, aber White Lies verstehen es doch, dass es nie zu kitschig wird. Auch, wenn sie sich manchmal am Rande zum Kitsch bewegen, beherrschen sie diesen Balanceakt jedoch perfekt.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie die Leute auf das neue Album reagieren, denn nach einem eher schwachen zweiten Album ist es doch sehr schwer im heutigen schnelllebigen Musikgeschäft, sich nochmal ins Gedächtnis der Leute zurück zu bringen.

Das wäre schon schade, denn in dieser Band steckt noch Potential. Aber heute haben die Leute leider nicht mehr die nötige Ruhe und Geduld, sich noch richtig mit der Musik zu beschäftigen und so geraten viele gute Bands zu schnell in Vergessenheit.

Auf der anderen Seite muss man aber auch feststellen, dass es heutzutage viel zu wenige Bands gibt, die über Jahre hinweg konstant starke Alben herausbringen und dann unter dem Druck der Musikindustrie zusammenbrechen.

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