Hank3 – A Fiendish Threat – Punk ja Country nein

Hank3 - A Fiendish ThreatHank Williams III ist der Enkel von Hank Williams und der Sohn von Hank Williams Jr., beide große Country Legenden. Williams selbst bevorzugte jedoch nie Mainstream-Country, sondern verschrieb sich eher dem Punk und Metal.

Er hat schon fast alles in seiner Crust-Punk-Doom-Country Karriere getan was musikalisch möglich ist. Seine Beteiligung an Projekten wie Assjack und Superjoint Ritual zeigten seine extremsten Seiten am besten. Jetzt widmet er sich seinem neuem Punk-Projekt, dem einfach genannten “3” (im Musikstore auch zu finden unter Hank3).

“A Fiendish Threat” ist ein Album gefüllt mit Gitarren, Trommeln und seinem speziellen Jaul-Gesang gejagt durch einen Stimmen-Filter. Die Musik wird hauptsächlich durch das unglaubliche Fiedeln von David McElfresh und Billy Contreras sowie das tighte Bassspiel von Zach Shedd geprägt.

Viele Stücke haben die Geschwindigkeit eines Rennwagens, der auf vollen Touren neue Rekorde brechen will. “There’s Another Road”, und “Broke Jaw” sind da die besten Beispiele. Am Anfang sind noch gemächliche Slide-Gitarren bestimmend, bis auf einmal aus dem nichts das Tempo so rauf gefahren wird, dass es einen betäubt und verwirrt hinterlässt. Einige Lieder auf “A Fiendish Threat” haben aber auch Mid-Tempo Charakter, aber allein diese bedrohliche Atmosphäre strahlt den Liedern eine enorme Macht aus, so dass man doch richtig von der Musik gefesselt wird.

Zum Beispiel “Face Down” und “Full On” – Titel, die solch einen schnellen Schritt haben, dass es ein Wunder ist, dass die Strings von Hank und Zach Shedd im Prozess nicht gerissen sind. Betrachtet man die Tatsache, dass sie in einem einzelnen Take aufgenommen wurden, sind die Stücke in ihrer intensiven Ausführung äußerst bemerkenswert.

Auf “Breakin’ Free”, einem textlich sehr persönlichem Stück, gibt Hank Williams III jedem sehr deutlich zu verstehen, dass er sich musikalisch nicht eingrenzen lässt. Vor allem gilt das all denjenigen, die ihn bis heute noch immer als Verräter der Country Musik sehen, weil er sich trotz seiner familiär musikalischen Wurzeln nie auf den klassischen Country eingelassen hat.

“Different From the Rest” ist eine Hommage an den kompletten Punkrock und Hardcore der achtziger Jahre und die damit verbundenen Bands wie zum Beispiel Misfits, Ramones und Stiff Little Fingers. Auf “Your Floor” zeigt Hank sich von seiner doomigen Seite und zollt Tribut an Black Sabbath. Hier zeigt er deutlich, dass er stimmlich zu einigem fähig ist, denn man könnte glatt glauben, Ozzy Osbourne hätte dem Lied seine Stimme geliehen. Dass er sich aber dennoch nicht zu ernst nimmt und Sinn für Humor hat, beweist er immer wieder in seinen Liedern und auf dieser Platte am besten in dem Titelsong.

Hank Williams III ist einer der charismatischsten Künstler seiner Generation. Mit jedem musikalischen Wechsel, den er durchzieht, legt er eine Authentizität an den Tag, die man heute nur noch selten findet.

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