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Sonny Vincent (Testors) und Bobby Liebling (Pentagram) machen gemeinsam Musik. Das mag manche zur Begrifflichkeit Supergroup verleiten, sind doch beide mit ihren jeweiligen Hauptbands gut ausgelastet. Als The Limit präsentieren sie uns mit ihrem zweiten Album „Another Drop“ feinste, rohe Rockmusik.

Auf dem Nachfolger von „Caveman Logic“ (2021) sind 15 kompromisslose, energische Titel, die klassischen Rock durch die Blutbahn schicken. Ein Feuerwerk an Metalriffs, Hardrock-Rhythmen und aggressivem Gesang poltert 42 Minuten lang aus dem Lautsprecher.

Mal melodisch rockend wie beim Titeltrack, mal ungefiltert roh wie beim temporeichen „Don´t Say Try“. The Limit probieren sich durch sämtliche Stilrichtungen zwischen Hardrock und Punkmusik.

Da darf der Gesang auch mal nölend, effektverstärkt durch den Äther kriechen und so mancher Akkord etwas angestaubt wirken – angesichts der rauen Gangart des gesamten Albums fördert das nur die Authentizität.

Dem Punk zugewandt speedet sich „Know Your Indecision“ mit roher Gewalt und mehrstimmigem Gesang durch sämtliche Geschwindigkeitskontrollen ausgelassener Tanzwut, lässt das wütend stampfende „(Just A) Calling Card“ von der Leine und zeigt bei „Social Eyes“, wie kehliger Gesang einen tollwütigen Gitarristen unter Kontrolle bringt.

Immer wieder zeigen sich die Einflüsse von Motörhead, wenn etwa das geradlinige „Stalemate“ mit zerrenden Gitarrensolis die Handbremse der rastlosen Drums zieht, dabei ans slackige „Sidetracked“ übergibt. Dieses poltert mit Punkattitüde frustriert durch die Gassen und lässt eines der heftigsten Gitarrensoli, auf einem von Soli gespickten Album, vom Stapel.

Mit Steve Stevens, der unter anderem bei Billy Idol die Saiten bediente, gesellt sich bei „Part Two, Screw You“ ein genialer Meister seines Fachs zu Liebling und Vincent. Das merkt man am melodiösen Gitarrenpart, der dem Song eine klare Struktur verleiht und in einem virtuosen Gitarrensolo mündet, dass dem sleazigen Gesangspart zum Highlight des Albums werden lässt.

Kaum hat sich Stevens von dannen getrollt, rollt mit „Over A Cliff“ und „Cause Of Mystery“ wieder Wuchtrock erster Güte daher. Ersterer temporeich knallend, zweiterer als räudiger Garage-Rock-Bastard, der sich trotz all seinem hingerotzten Gehabe doch melodisch präsentiert.

Da mag das gedrosselte Tempo von „Fall Down, Get Up“ gerade recht kommen. Was wie ein Soundtrack zum Duell an High Noon klingt, lebt von seinem näselnden Gesang und einem der stärksten Refrains des Albums. Die ewige Geschichte vom Scheitern trägt sein Übriges dazu bei, dass man diesem Track Dauerrotation zugesteht.

„Panzer“ ist genau das. Der Bass rollt unaufhörlich maschinell über den brüchigen Gesang hinweg, bis der Refrain den markanten Einsatz von Liebling plattwalzt.

Was haben wir noch? Das groovende „Tryptophan“, das ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt. Klingt nach verrauchten 80er Jahre Kellerclubs und verschwitzten, versoffenen Kuttenträgern, die das technisch einwandfreie Solo von Liebling feiern.

Wer noch Luft hat, lässt „Unchained“ die Extremitäten ein letztes Mal in Bewegung versetzen.

Dreckig, präzise taktend präsentieren sich The Limit als energische Rockband erster Güte. Supergroup hin oder her, The Limit lassen uns nach einem „Another Drop“ ihrer Rockessenz dürsten.

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