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Russian Circles – Memorial

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Traditionell gesehen ist ein „Memorial“ ein Ort zum Nachdenken, an dem wir in der Lage sind, die Ereignisse der Vergangenheit zu betrachten. Und, der es uns erlaubt, das emotionale Gewicht zu tragen, das sie begleitet.

Mit ihrem fünften Album, das passend betitelte „Memorial“, liefern uns die Instrumentalisten Russian Circles aus Chicago ein Album, das voll und ganz, und dies meist wortlos, genau diese Idee erforscht. Von einem bestimmten, kontrollierten Raum, wo man den Gefühlen freien Lauf lassen soll. Ohne Gesang kann diese Art von Pathos schwer sein, aber wie schon in der Vergangenheit meistern Russian Circles ihre instrumentellen Überlegungen schnell und effektiv.

Memorial eröffnet mit „Memoriam“, einem ruhigen und subtilen, akustischen Intro, nur um sich mit „Defizit“ in das musikalische Chaos zu stürzen. Wenn „Memoriam“ die Stille darstellen soll, dann ist „Defizit“ der Sturm. Der Song ist wie ein Sturm strukturiert, Mike Sullivans Gitarren-Spiel ist monumental wie riesige Blöcke, wilde Wellengänge und Abstürze wie bei einem Tsunami. Das Rasseln des Bass-Sound von Brian Cook und die unglaubliche Trommel-Fähigkeit von Dave Truncrantz kreieren eine dramatische Spannung, die sich wie ein Erdbeben durch den ganzen Körper jagt.

Das bringt uns zu „Cheyenne“, einem der nachdenklichsten Songs im Russian Circles Repertoire. Wo „Defizit“ und „1777“ Muskeln und Kraft darstellen sollen, dreht sich bei „Cheyenne“ alles um empfindliche Nähe. Wenn man seine Augen schließt und es sich erlaubt, von den wohlklingenden Klängen von „Cheyenne“ einlullen zu lassen, kommt es einem vor wie das Eintauchen in ein warmes Bad.

Ob Metal trifft auf Prog wie bei „Burial“ oder den vom Pop beeinflussten „Ethel“, jeder der Songs hat seine eigene Klangwelt. Memorial ist nicht als Konzept-Album zu betrachten, sondern mehr als eine Sammlung von Songs. Das Album findet durch einen Gast-Auftritt von Chelsea Wolfe auf dem abschließenden gleichnamigen Track, eine interessante Wendung. Nach einem Album voller instrumentaler Stücke die zwischen Leichtigkeit und Schwere schwenken macht sich nun eindringliche Ruhe breit. Die ätherische Stimme der Sängerin ist wie ein sanftes Hauchen. Man schwebt nach einer aufregenden musikalische Reise einfach davon, in eine gefühlte unendliche Weite.

Russian Circles haben sich mit diesem Meisterwerk die Latte ziemlich hoch gelegt,  „Memorial“ zu übertreffen ist fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. Fast!

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