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Teitur (Credit Martin Thaulow)

Teitur – Story Music – Die Dunkelheit in Form von Musik

Hinter Teitur verbirgt sich der 36-jährige färöischer Liedermacher Teitur Lassen, der uns mit „Story Music“ schon sein sechstes Album vorlegt. Seine Musik ist dunkel, sehr dunkel und genau das Richtige für die Winterabende.

Melancholie und düstere Atmosphäre geben sich die Klinke in die Hand, aber bei aller Finsternis ist auch immer ein funken Hoffnung mit in seiner Musik vergraben, man muss sie nur finden.

Der fast schon poppige Opener „Hopeful“ besteht grundsätzlich nur aus einem Klavierspiel mit viel Hall und Teitur Lassens hoher und klarer Stimme, hier und da schleicht sich eine Harfe mit hinein.

„If You Wait“ dagegen besteht zu Beginn einzig aus Pausen, einzelnen Worten und zeitgleichen Streicher-Klängen, dazwischen kommt eine folkige Akustikgitarre zum Einsatz, gegen Ende dann ein Orchester und ein mächtiger Chor, bevor Teitur das Stück solo mit seiner Stimme beendet. Als minimal und aufwändig zugleich, aber dennoch leicht wie eine Feder kann man das Lied beschreiben.

Auf „Story Music“ geht es trotz facettenreicher Instrumentierung, bestehend aus Gitarren, Vibraphon, Banjo, Streicher-Sätzen und Bläsern, nicht um richtige Songs im eigentlichen Sinn. Man muss das Album als ein Ganzes sehen, um es zu verstehen. Die Tracks plätschern des öfteren einfach nur vor sich hin ohne das groß was passiert und dann auf einmal kommt die große Instrumentierung.

In punkto Wortschatz ist Teitur Lassen auch nicht gerade üppig ausgestattet, hier und da schleicht sich Gesang ein oder einfach nur ein paar Sprachfetzen.

Er lässt lieber die Musik für sich sprechen und tritt nur in Erscheinung, wenn er es für nötig hält. Natürlich können solche Alben anstrengend sein und wenn 30 Grad Badewetter draußen herrscht und man in Party-Laune ist, dann legt man dieses Album sicherlich nicht auf.

Man muss sich, wie sich das bei guter Musik auch gehört, Zeit lassen, um das Album zu verstehen und es mit der Zeit lieb zu gewinnen. Der größte Reiz besteht jedoch in der Tat darin, sich vorsichtig an das Album heranzutasten und die zehn eigentümlichen Basteleien fast schon akribisch zu untersuchen.

„Story Music“ ist ganz klar Kopfhörer-Musik und am besten bringt man viel Geduld und Zeit mit. Aber es ist auch der perfekte Soundtrack zur Entspannung für all diejenigen, die nicht auf Delphin- und Wal-Gesänge stehen.

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