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The Melvins Tres Cabrones

Melvins – Tres Cabrones – Die Nimmermüden der Indie Szene

2013 markiert den 30. Jahrestag der Gründung der Band, die sich selbst The Melvins nennen. Ihr 19. Album „Tres Cabrones“ ist eine Art Rückschritt für die Band, da dieses Album die Rückkehr des „Original“-Drummers Mike Dillard bedeutet, dieser erschien zuvor nur auf Demos und Bootlegs. In vielerlei Hinsicht ist „Tres Cabrones“ wie eine Retrospektive der Band um Sänger/Gitarrist/ Gründungsmitglied Buzz „King Buzzo “ Osborne, der nur wenige Monate von seinem fünfzigsten Geburtstag entfernt ist.

Die Melvins blieben lange ein lokales Phänomen im Nordosten Amerikas, Schlagzeuger Mike Dillard hatte bald die Nase voll und wurde durch Dale Crover ersetzt, der aus einer Iron-Maiden-Coverband kam. Die Melvins konnten bald auf eine treue Fan-Gemeinde vertrauen, zu der auch Kurt Cobain gehörte. Trotz vieler Veröffentlichungen und eines zwischenzeitlichen Major-Deals blieb ihnen der große kommerzielle Durchbruch verwehrt. Die Melvins waren zu sperrig und zu roh, um nachhaltig Eindruck auf die amerikanische Mainstream-Jugend zu machen.

Nach dem dritten Atlantic-Album „Stag“ war Schluss mit dem Major-Deal und sie wechselten nahtlos zum Indie „Amphetamine Reptile“ und 1999 zu Mike Pattons Ipecac Records, auf dem sie bis heute ihre Platten veröffentlichen. Konstante Mitglieder sind dabei King Buzzo Osborne und Dale Crover, während die Bassisten und Zweit-Gitarristen nach Belieben kommen und gehen.

„Tres Cabrones“ (spanisch für „Drei Bastards“) ist eine Mischung aus klassischen und aktuellen Melvins geworden und die jetzige Drei-Mann-Formation, zumindest für dieses Album, zeigt uns jede Facette der Band, vom klassischen Sludge-Sound bis hin zum künstlerisch experimentellem Rock mit den dazugehörigen psychedelischen Texten. „Tres Cabrones“ ist vielleicht nicht ihr bestes Release, dennoch ist es das zugänglichste Album seit langem.

Zwar beweisen die Melvins immer noch Humor, „Tres Cabrones“ ist aber überraschend heavy und boshaft, wie „City Dump“, „American Cow“ und „Psychodelic Haze“ zeigen. Das wird noch ausgebaut, wenn die Melvins mit „Dogs And Cattle Prods“ und „I Told You I Was Crazy“ in Richtung Sludge-Metal abdriften.

Ein paar gnadenlos zerlegte Traditionals „Tie My Pecker To A Tree“, „99 Bottles Of Beer“ und „You´re In The Army Now“ sorgen hingegen für Stimmung, sind aber gleichzeitig ziemlich auf kindisch getrimmt. Selbst die Covers „Walter´s Lips“ von The Lewd, beziehungsweise „Stick ´Em Up Bitch“ von den Pop-O-Pies bilden eine Melvins-typische Mischung aus Heavyness und Spaß. Dies ist auch eigentlich über die ganze Spiellänge von „Tres Cabrones“ zu spüren, The Melvins sind wie immer gegen jede Regel und unkonventionell, aber auch gleichzeitig einfach brillant.

„Tres Cabrones“ ist große Rockmusik. Sicherlich gibt es hier nichts, das sie nicht schon vorher gemacht haben, aber die Melvins müssen keinem mehr irgendetwas beweisen. Sie haben schon seit langem einen Status erreicht, mit dem sie es nicht mehr nötig haben, um neue Fans zu werben. Kurzum das neue Album ist was es ist und es tut was es tut: es rockt nämlich verdammt hart.

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