Warpaint – Warpaint

Warpaint  (Credit Mia Kirby)Es ist schon einige Zeit her, dass Warpaint uns mit ihrem gleißend und dunklem Debüt-Album “The Fool” einlullten und verzauberten. Sie kamen von der Atmosphäre her doch sehr nahe an The Cure heran, nur eben in weiblicher Ausführung. Nun, vier Jahre später sind sie zurück mit dem selbstbetitelten zweiten Album. Das Cover lässt schon darauf hindeuten, dass es wieder ein Album wie ein Lava-Strom werden wird, zäh und glühend.

“Warpaint” ist voll von Selbstzweifel und düsteren Texten. Die Sängerinnen Emily Kokal und Theresa Wayman machen aus ‘”Love Is To Die” eine düster-sexy Affaire, die das Album in etwas Spektakuläres erhebt. Warpaint haben es immer geschafft, Musik zu machen, in die man voll eintauchen kann und dieses Album bildet da keine Ausnahme. Mit dem Zusatz von einigen düsteren Synthesizer bei “Biggy”, erinnert dies von der Gesangs-Hypnose her an beste “Dummy”-Zeiten von Portishead. “Hi” wird von Drumbeats und tiefem getragen Bass geprägt und fühlt sich an, als wollten sie uns ins Seide einwickeln.

Ist “Warpaint” jetzt ein großer Schritt weg von “The Fool”? Nicht direkt, aber es zeigt die Art von Unterschied, die mit dem Erfolg kommt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das, was wir hören wahrscheinlich für eine unglaubliche Live-Performance gemacht ist. Wie bei ihrem Debüt gibt es immer einige, die vielleicht die obskuren Tracks ein wenig langweilig finden. Warpaint fordern ihre Hörer eben heraus und das ist der positive Aspekt an diesem Album.

Wenn eine Band jedoch vier Jahre braucht, um das Nachfolgealbum zu veröffentlichen, erwartet man aber doch schon eine Veränderung im Sound oder mindestens eine kleine Weiterentwicklung. Aber mit “Warpaint” ist Stillstand angesagt, zwar auf höchsten Niveau, aber dennoch Stillstand. So läuft man natürlich Gefahr, trotz guter Songs in Vergessenheit zu geraten und/oder, dass die Leute das Interesse an einem verlieren.

Man kann nur hoffen, dass sich Warpaint für ihr drittes Werk nicht soviel Zeit lassen und mehr Mut zeigen, denn Potential steckt schon in den Mädels. Es wäre doch schade, wenn dieses nicht voll ausgereizt werden würde.

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