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Casper in Dortmund

Casper – Live in der Westfalenhalle, Dortmund

Eine ausverkaufte Westfalenhalle, ein sehr verrücktes Publikum und ein, zu Tränen gerührter, Casper – was gibt es an einem Samstagabend Schöneres zu erleben?

Benjamin Griffey alias Casper hat es mittlerweile bis nach ganz oben geschafft. Mit seiner modernen Rap-Musik lockt er Unmengen von Menschen an und bleibt dabei ganz bodenständig und sympathisch. Schon im Jahr 2011 lieferte er seinen Fans ein Meisterwerk an Musik – „XOXO“ gelang es, an die Chartspitze zu klettern und die Aufmerksamkeit zu erlangen, die Benjamin schon lange verdient hatte. Die neue Platte „Hinterland“, erschienen im September 2013, wurde dann ganz schnell zum zweiten Nummer-1-Album seiner Karriere.

Bereits kurz nach Veröffentlichung seines Albums „Hinterland“, verzauberte Casper seine Fans im vergangenen Jahr auf seiner winzigen Clubtour. So intim und familiär ging es jedoch in der großen Westfalenhalle nicht zu. Vorband des Abends ist Portugal. The Man. Die US-amerikanische Indie-Rock-Band wird eigens vom Chef Griffey persönlich angekündigt und als einer seiner absoluten Lieblingsbands angepriesen. Auf großen Gefallen stieß die Truppe jedoch nicht wirklich. Zwar wird mitgeklatscht und applaudiert, jedoch kommt keine großartige Begeisterung im Publikum zustande. Kleine „Attacken“ der Casper-Truppe verleihen der Voract-Show jedoch die gewisse Note. So stürmt die gesamte Casper-Crew während der Performance auf die Bühne und verteilt fleißig die ein oder andere Champagner Dusche.

Nach einem recht kurzen Umbau wird das Publikum schon einmal eingestimmt – Marteria, Kraftklub und das nicht zu vergessende „Fix You“ von Coldplay sorgen für ordentlich Stimmung und erhöhen die Spannung. Das Bühnenbild, geschmückt mit fünf riesigen Leinwänden und gigantischen Lichteffekten, ist, vergleichend zu bisherigen Casper-Touren, unglaublich. „Im Ascheregen“ ist der Opener der Show und reißt schon gleich zu Beginn jeden Einzelnen mit. Mal abgesehen von der verrückten Menschenmasse im Innenraum steht so ziemlich jeder von seinen Sitzplätzen auf und tanzt mit.

Weiter geht es mit „Alles endet (aber nie die Musik)“ und teils älteren Tracks wie „Casper! Bumaye“. Selbst die früheren Songs werden textsicher mitgegrölt und aufregend erwartet. Auch die etwas stilleren Titel wie „20qm“ oder „Lux Lisbon“ sind wichtiger Bestandteil der Show. Mit einem Medley aus „Halbe Mille“, „Cas in Paris“ und „Mittelfinger hoch“ beweist Casper seinem Publikum, dass er seine unfassbaren Rap-Skills noch lange nicht verloren hat. Mosh-Pits und Circle-Pits sind natürlich mit von Partie und erhöhen den Spaßfaktor um so Einiges.

Mit „So Perfekt“ und „Hinterland“ verlässt die Casper-Truppe die Bühne und erwartet nicht, dass die Vorband Portugal. The Man sich an der Attacke rächt. Die Bandmitglieder setzen sich samt Tisch und Stühle mitten auf die Bühne und warten auf eine Reaktion von Ben und Co. Natürlich kommen diese ganz schnell auf die Bühne gestürmt und scheinen viel Spaß zu haben. Es wird Whiskey von Tischen getrunken und zu „Sabotage“ von den Beastie Boys getanzt. Nach kurzer Verwirrung geht es dann weiter mit der Zugabe.

„Der Druck steigt“, „Michael X“, „Endlich angekommen“ und „Jambalaya“ bringen die Menge noch einmal zum Toben und Musiker Benjamin Griffey scheint sichtlich gerührt als die Menge seinen Namen schreit und noch mehr verlangt. Mit einem kleinen, unter Tränen, herausgebrachten „Dankeschön“ wird klar, dass es mehr als nur irgendeine Show für Casper ist. Obwohl es nicht geplant ist, spielen Casper und seine kleine Mannschaft ein Oasis Cover. Mit „Don’t Look Back in Anger“ und Tausenden von Stimmen, die die Hymne mitsingen, verwandelt sich die Westfalenhalle binnen weniger Sekunden in einen der schönsten Orte. Ein Lichtermeer aus Handys und Feuerzeugen verabschiedet die Band.

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