Tua – Stevia – ein Ausflug in den düsteren Hip-Hop

Tua (Credit Jan Kapitän)Multitalent und Orsons-Mitglied Tua ist mit seinem neuen Werk namens “Stevia” zurück und begeistert mal wieder die deutsche Hip-Hop Szene.

Schon im Alter von 12 Jahren begann Johannes Bruhns alias Tua eigene Songs zu produzieren. Seine düstere Musik mit einem Gemisch aus Hip-Hop, Electro und Dubstep traf auf großes Gefallen und sorgte für das ein oder andere Album und die ein oder andere EP. Zusammen mit Sucuk Ufuk, Orsons-Kollege Maeckes oder Vasee produzierte und arbeitete er an zahlreichen Tracks, die allesamt die deutsche Hip-Hop Szene prägten. Nach dem erfolgreichen Vorgängerwerk “Raus” im Jahr 2012 ist Tua nun zurück und überzeugt mit anspruchsvoller Musik.

Das, auf 2000 Exemplare limitierte, “Stevia” spiegelt im Großen und Ganzen den Tua wieder, der auch gern die dunklen Seiten des Lebens anspricht und den Mensch auch gern mal als negatives Wesen betrachtet. So ist schon allein der Titel der Platte ein kleiner Denkanstoß. “Stevia” bezeichnet nämlich eine Pflanze, aus der man den Süßstoff Stevia gewinnt, welcher bei zu hoher Dosierung bitter schmeckt. Vielleicht ein Seitenhieb an so manches Verhalten der Menschheit oder doch nur zufällige Auswahl? Das kann nur Tua selbst beantworten.

Das 32-minütige Werk behandelt einen Ausflug in ein Hotel. Jedes Zimmer entspricht einem Lied und beschreibt Begriffe wie Antriebslosigkeit, Drogen, Einsamkeit, Größenwahn oder Hass. Tua selbst beschreibt den Menschen, wie er ihn wahrnimmt und nutzt dabei ehrliche Worte, die den Hörer wahrscheinlich selbst erschrecken. Man fühlt sich fast schon ertappt von den Bemerkungen und Beobachtungen des Musikers.

“Keiner sonst”, “Exil” oder “Edward Hopper” sind allesamt geprägt von Zweifeln und dem Selbsthass. Unterlegt mit teils minutenlangen Tonspuren, mal leise, mal laut, und einer verzerrten Stimme gewinnt das Musik-Multitalent die volle Aufmerksamkeit des Hörers. Wie auch schon auf den Vorgängerwerken zu hören, sind es überwiegend melancholische und düstere Lieder unterstützt von elektronischen Beats. Der experimentelle und künstlerische Hip-Hop wird von einem melodischen Gesang Tuas unterstützt und gewinnt damit die gewisse Besonderheit.

Facebook
Twitter

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Gefällt dir das Album oder willst du es dir für später merken? Markiere es einfach als Favorit. Auf der Mein MusikBlog-Seite findest du alle deine Favoriten und kannst dir deine persönlichen Jahrescharts erstellen.

Unterstütze MusikBlog!

Wenn dir unsere Inhalte gefallen, unterstütze uns bitte mit einem kleinen monatlichen Betrag und werde MusikBlog-Mitglied. Wir schalten keine Werbung und finanzieren unsere Redaktion nur mit Hilfe unserer Mitglieder.