Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
FM Belfast (Credit Magnus Leifsson)

FM Belfast – Brighter Days

Gerade einmal 319.000 Einwohner hat Island. Trotzdem birgt dieses kleine Land außergewöhnlich viele talentierte Musiker. So viele, dass man sich fragen muss, woher die ganze Kreativität eigentlich kommt und wieso diese 319.000 Menschen jedes Jahr ungefähr genau so viele gute Plattenveröffentlichungen haben wie die 80 Millionen Bürger in Deutschland.

In den letzten Jahren machten vor allem Of Monsters And Men und Emiliana Torrini auf sich aufmerksam. Und dann sind da natürlich noch die Instanzen Sigur Rós und Björk. Immer etwas mystisch bewegen sich diese Bands zwischen Folk, Elektro und Undefinierbarem – außer sie starten wie im Fall Torrini den Ausverkauf (und selbst im Mainstream war sie noch gut!).

Ganz anderen Klängen geben sich FM Belfast hin. 2005 als Duo gegründet, besteht die Band um Árni Rúnar Hlöðversson und Lóa Hlín Hjálmtýsdóttir mittlerweile je nach Verfügbarkeit aus drei bis acht Mitgliedern (unter anderem gaben sich auch schon Örvar Þóreyjarson Smárason von Múm und Árni Vilhjálmsson von Motherfuckers In The House die Ehre). Seit ihrem ersten Studioalbum „How To Make Friends“ aus dem Jahr 2008 widmen sie sich dem Elektro-Pop und dieser Marschroute folgen sie auch auf ihrer neuesten Veröffentlichung „Brighter Days“.

Der Titel deutet es schon an: Düstere Soundlandschaften sollen hier nicht erkundet werden. Auch geht es nicht um die Ausreizung der technischen Möglichkeiten an den Synthesizern. Stattdessen wird gut gelaunter Pop geboten, der schlechte Stimmung vertreiben soll. Während man sich zu Beginn der Platte noch fragen kann, ob die Kompositionen vielleicht nicht zu verspielt ausgefallen sind, wirken die Songs doch teilweise wie die Untermalung eines Kinderbuchs, wippt der Fuß nichtsdestotrotz erstaunlich schnell mit.

Die schwächsten Momente von „Brighter Days“, nämlich die Songs „Everything“, „Ears“ und „DeLorean“ sind alle am Anfang der Trackliste angesiedelt. Wer es über sie hinaus schafft, wird sich den Perlen widmen können. In „Holiday“ wird man auf einen kurzen Abstecher in den Dream-Pop mitgenommen, in „Non Believer“ geht es zurück in die 80er mit dementsprechenden Synthie-Tönen. Es folgen mit „We Are Faster Than You“ und „Gold“ zwei Lieder, die wieder vollkommen im poppigen Handwerksbereich von FM Belfast liegen, während sich die Band bei „Ariel“ elektronisch versponnen gibt und sich doch noch an den Maschinen austoben kann. „The End“ lässt das Album sanft ausklingen.

Ob von der Band intendiert oder unbewusster Nebeneffekt: Im Reigen der verträumten Elektroklänge, die uns derzeit von Künstlern wie James Blake, SOHN und Jamie Woon geboten werden, kann „Brighter Days“ durchaus als Antithese verstanden werden. Wenig bis keine Melancholie, keine soul-infizierten Vocals. Dafür gute Laune und Unbeschwertheit.

Schreibe einen Kommentar