50 Cent – Animal Ambition: An Untamed Desire To Win

50 Cent (Credit G-Unit/Caroline)Elf Jahre ist es bereits her, dass 50 Cent mit “In Da Club” die Charts, Clubs und Fanherzen dieser Welt eroberte. Als musikalischer Ziehsohn von Eminem und Dr. Dre war ihm die Aufmerksamkeit gewiss und er avancierte schnell zum großen Star der Hip-Hop-Welt. Mittlerweile zählt er zu den reichsten Rappern überhaupt und traut sich auch musikalisch Eigenständigkeit zu: Er trennte sich von Aftermath, Shady Records und Interscope und ist somit für sein neues Machwerk “Animal Ambition: An Untamed Desire To Win” selbst verantwortlich.

Eine ausgefuchste Promokampagne hat er auch ohne großes Label in petto. So drehte er zu jedem auf der Platte vertretenen Song ein Video. Obwohl er die modernen Mechanismen der Online-Viralität verstanden hat, besinnt er sich musikalisch auf seine Wurzeln. Der Opener “Hold On” klingt nicht nach dem New School-Sound, den seine jüngeren Kollegen dieser Tage auf den Markt bringen, sondern stark nach 50 Cents Erstling “Get Rich Or Die Tryin‘”, beziehungsweise ganz konkret nach dem darauf vertretenen Track “21 Questions”.

Das Album ist allerdings kein Aufguss früherer Erfolge. Songs wie “Don’t Worry About It” oder “Chase The Paper” zeigen, dass sich Fifty durchaus an neuen Elementen orientiert. Hier und da fließen elektronische Finessen in die Beats ein. An anderer Stelle verwendet er Autotune (“Twisted“) – wobei er darauf ruhig hätte verzichten können. Schließlich gehört dieser Effekt bekanntermaßen nicht unbedingt zu den beliebtesten bei den Fans.

Ein Featuregast wie Trey Songz bei “Smoke”, der in der Hook mit smoothem R’n’B einen Kontrast zu den Rap-Parts bildet, ist da schon willkommener. Überhaupt zeigt 50 Cent mit den auf “Animal Ambition” vertretenen Gästen, dass er nach wie vor zur Elite des amerikanischen Hip-Hop gehört. Mit Jadakiss, Kidd Kidd und Styles P sind Künstler vertreten, die selbst über eine gute Reputation verfügen.

Es ist schließlich die Mischung, die “Animal Ambition” zu einem empfehlenswerten Album macht. Einerseits die Einbeziehung des Sounds der frühen Nullerjahre (zum Beispiel in “Everytime I Come Around” oder “Hustler“), die bei der Produktion hörbar Priorität hatte. Andererseits aber auch die punktuelle Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen in der Musikwelt, wobei diese nie in Anbiederung ausartet. Daraus entsteht ein Album, das sich gut in 50 Cents Diskographie einfügt, vermutlich aber nicht zu den besten Releases seines Schaffens zählen wird. Dazu fehlen schlussendlich doch die Überraschungsmomente.

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