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Gruff Rhys – American Interior – Mal ohne die Super Furry Animals

LP packshotDer Waliser Gruff Rhys ist ein experimentierfreudiger Musiker, einer der viel Fantasie in seine Musik mit reinbringt. Ob das nun solo oder mit seiner Hauptband Super Furry Animals, man weiß nie was einen erwartet.

Die Super Furry Animals wurden vor allem bekannt durch ihren großen Hit “Golden Retriever” von ihrem wohl besten Album “Phantom Power”. Das ist aber schon lang her, seitdem ist zwar die Qualität auf den Animals Platten gleich geblieben, aber kommerziell gesehen waren die Erfolge eher rar geworden. Dies liegt vor allem daran, dass ihre Alben und auch die von Gruff Rhys doch eher Kopfmusik sind und nicht für das breite Publikum gedacht.

Eine interessante Anekdote ist, dass Gruff Rhys seine Gitarre kurioserweise falsch herum spielt. Er greift die Akkorde mit der rechten Hand und schlägt die Saiten mit der Linken an. Und das, obwohl er eigentlich Rechtshänder ist. Es kommt daher, weil sein Bruder Linkshänder ist und ihm das Gitarren-Spiel beigebracht hat. Dieser Spielweise ist Gruff Rhys bis heute treu geblieben, indem er seine Rechtshänder-Gitarre einfach umdreht.

Rhys’ jetzt schon viertes Solo-Album “American Interior” bietet vor allem eines und zwar Abwechslung. Mal kommt der Singer-Songwriter-Stil hervor, dann wird wieder kräftig mit elektronischen Spielereien experimentiert. Auch seine Heimatsprache Walisisch kommt wieder zum Einsatz, z.B. beim vom Kinder-Chor begleitetem “Allweddellau Allweddol”, wo alles zusammen kommt, was Gruff Rhys als Musiker so stark macht. Ein sehr rhythmisches Lied, das auch vor Elektronika nicht halt macht, aber man muss sich schon darauf einlassen. Es ist sicher nicht jedermanns Musik und einem breiteren Publikum wird er sich durch solche Stücke auch nicht öffnen. Aber das ist Gruff Rhys auch ziemlich egal, denn er ist Musiker und Künstler durch und durch. Wie bei den meisten seiner Alben gibt es eine feine Balance zwischen verrückt und schön. Wenn uns nicht ausgelassener Country-Rock wie “100 Unread Messages” entgegen kommt, dann ertönt die Drum-Machine und der Synthesizer wie z.B. auf “The Last Conquistador “.

Rhys’ letztes Album “Hotel Shampoo” war im Vergleich noch recht konventionell, aber diesmal greift er in die Vollen. Er tobt sich aus und macht einfach, was er will und kann. “American Interiors” ist sicherlich kein Album, das man mal so nebenbei hört. Nein hier gilt schon die Regel, hinsetzen, Kopfhörer auf und eintauchen in die verrückte Welt von Gruff Rhys. Aber wenn diese einen einmal gepackt hat, dann ist man auch deren Gefangener. Für alle, die auf leichte Kost stehen, gibt es ja schon genügend 08/15 Alben in der Musikwelt. Hier ist ein wahrer Künstler am Werk und als solcher sollte man auch seine Arbeiten betrachten.

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