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Jeremy Messersmith – Heart Murmurs

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Pop kann so schön sein: Auf „Heart Murmurs“ singt Jeremy Messersmith über die gesamte Gefühlspalette, die ein Herz so zum Klopfen bringen kann. Der junge Songwriter aus Minnesota wird längst als Nachfolger seiner Lands- und Stadtmänner Bob Dylan, Paul Westerberg und Gary Louris gehandelt – mit Wachstumspotential zwar, aber zu Recht.

Es verhält sich seltsam mit „Heart Murmurs“: Es kommt einem bekannt vor, und zwar auf die beste Art, welche im Englischen viel passender mit „familiar“ bezeichnet wird. Ohne auch nur mehr als ein Stück gehört zu haben, fühlt man sich geborgen in diesen leise schwellenden Melodien. Zu Hause. Man kann regelrecht eintauchen in Messersmith‘s warme Tenorstimme oder in Songs wie das butterzarte „Tourniquet“. Und wenn man sich nicht nur einkuscheln will, machen ironische Texte wie „I Want To Be Your One Night Stand“ auch einfach richtig Spaß.

Los geht es aber erst einmal mit Eifersucht: Wenn die Liebste am Arm eines anderen an einem vorbeischwebt und man sich verzweifelt sagt „It’s Only Dancing“ – und trotzdem weiter leidet wie ein Tier. „Bridges“ spielt sich dann mit jeder Menge Synthesizer dem Ende einer Beziehung entgegen, und zwar in qualvoll-schönster Balladenmanier.

„Steve“ schlägt nicht nur mit seinen Klaviereinlagen eine weitere, neue Richtung ein: Hier geht es um einen Freund, der zu neuen Beziehungsufern aufbricht. Und wie neu, das kann man sich dank Genderanspielungen auch mit wenig Phantasie selbst ausmalen. Die erste Single-Auskopplung „Ghost“ dagegen trippelt mit seiner Akustikgitarre zumindest am Anfang ganz stark an Mumford & Sons entlang. Doch dann entfaltet sich mit dem deutlich bewegten Rhythmus ein weiteres, individuelles Stück Messersmith.

„You’ll Only Break His Heart“ kommt melodisch schon fast monoton daher – oder ist das Ohr nach dem imposanten „Ghost” einfach noch nicht so empfänglich für die zarten Orchestertöne, die diesen Herzbruch der Resignation begleiten? Nach dem Break wird ja auch Dampf nachgelegt, um schließlich das nachfolgende „Bubblin‘“ einzuleiten.

Dieses Stück ist ein wenig paradox: Denn von Kritikerseite werden den 11 Songs von „Heart Murmurs“ hier und da ein paar Schwächen unterstellt; und meist gehen diese auf das Konto von „Bubblin‘“. Frage ist: warum eigentlich? Anders als der Rest von „Heart Murmurs“ ist diese Komposition ein Gemeinschaftswerk der Band um und mit Messersmith. Etwas mainstreamiger zwar, aber aufgrund der deutlich gitarren- und geigenbetonten und schon fast kampflustig flotten Gangart alles andere als zum Gähnen. Ja, vielleicht bietet es keine großen Effekte. Aber toll und tanzbar ist es dennoch.

Da gehören die letzten beiden Songs „Hitman“ und „Someday, Someone“ eher in die Kiste der nicht unbedingt überraschenden Momente auf „Heart Murmurs“. Denn mit ihnen läuft das Album aus – unbemerkt und auch alles andere als willkommen, denn man möchte nicht raus aus der watteweichen und doch so prägnant-schönen Welt des Jeremy Messersmith.

Seinem Grundsatz, dass Lyrics umso düsterer sein dürfen, wenn die Musik dabei fröhlich bleibt, ist Messersmith auch diesmal treu geblieben. Und nach „The Reluctant Graveyard” vor drei Jahren, bei dem er seine Songs aus Perspektive der ansässigen Toten sang, und dem brachial-instrumentalen „Paper Moon“ von 2012, bietet dieser vierte Longplayer als Glassnote-Label-Debüt eine spannende neue Facette des Messersmith-Diamanten. Der Singer/Songwriter kommt mit „Heart Murmurs“ raus aus der D.I.Y.-Indie-Szene und betritt neue Gefilde: Dabei gelingt ihm der Spagat zwischen handgemachter Eleganz und den fetten Sound-Möglichkeiten einer Studioproduktion geradezu bravorös. Man darf wahrlich gespannt sein, was in diesem jungen Mann noch so alles an Ideen steckt.

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