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Jade Bird – Different Kinds Of Light

RubrikAlben
Künstler*inJade Bird

Dass Künstler neue Richtungen einschlagen und andere Einflüsse zulassen sollte mittlerweile klar sein. Besonders spannend wird es aber, wenn man Musikern den Prozess des Erwachsenwerdens anhört – auch inhaltlich. So wie etwa Lorde bei „Melodrama“ oder aktuell Billie Eilish auf „Happier Than Ever“.

Auch Jade Bird entfernt sich auf ihrem zweiten Album „Different Kind Of Light“ von der jugendlichen Rockröhre ihres selbstbetitelten Debüts. Denn das ist 2018 noch während ihrer Teenagerzeit in Großbritannien entstanden.

In den letzten drei Jahren ist Jade Bird allerdings um die Welt gereist, hat Menschen kennengelernt und Erfahrungen gemacht und ist letztlich in Austin, Texas gelandet. In einem neuen, musikalischen Umfeld entstand dann ihr zweites Album, dass in vielerlei Hinsicht anders ist als „Jade Bird“.

Das fängt schon bei den Vorabsingles an. Lässig-laute Songs wie das gehypte „Love Has All Been Done Before“ sind die Ausnahme auf Birds Zweitwerk. Der vorantreibende, deutliche 70er Rock-Einfluss hat sich stattdessen in die Dynamik von 90er-Alt-Rock à la Oasis und Blur („Red White And Blue“, „Houdini“) verlagert.

Dieser Sound überschneidet sich zusätzlich mit dem Epos von Fleetwood Mac und Stevie Nicks („Open Up The Heavens“, „I’m Getting Lost“).

Die Vorabsingle „Different Kind Of Lights“ steht mit ihrer Leichtigkeit, den sanften Saitensounds und Birds weniger dynamischen Gesang im absoluten Kontrast zu „Love Has All Been Done Before“. Beim Titelsong wird der Sound sogar noch zarter: „Different Kind Of Lights“ ist eine der Balladen des Albums und bringt deutliche Folk-Einflüsse mit.

Ihre Entfernung vom Debüt und das künstlerische Erwachsenwerden zeigt Jade Bird also sehr deutlich. Die Sängerin bleibt aber auch in ihren neuen Facetten nicht nur authentisch, sondern auch überraschend vielseitig.

14 Songs mit Bonustrack fühlen sich hier an wie ein beseelter Ausflug für die Ohren und nicht wie ein straffes Programm, in dem möglichst viele Facetten abgefrühstückt werden. Der Sound entsteht natürlich, wird niemals aufdringlich aber auch nicht eintönig.

Von einer Erwartungshürde an das zweite Album ist bei Jade Bird nichts zu spüren.

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