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Wenn schon Lockdown, dann mit Stil – dachten sich wohl auch Phoenix und mieteten sich inmitten der Pandemie in einem der Museen im Nordflügel des gesperrten Louvre mit einem eigenen Studio ein.

Nach monatelangem Entzug des persönlichen kreativen Austauschs, arbeitete das Quartett wie im Rausch am neuen Material für „Alpha Zulu“ und woran es den Franzosen dabei nicht nicht mangelte, war jener frischer Input für den Indie-Dancefloor, der spätestens seit dem Referenzwerk „Wolfgang Amadeus Phoenix“ aus ihrem Hause erwarten werden konnte, obwohl die ganz große Luft aus einigen der Folgewerke raus war.

Elegante Grooves, schräge Beats, Drum-Samples, Bassläufe ins Glück – voller griffiger Melodien hat eine der erfolgreichsten Alternative-Bands der Grande Nation, deren Werdegang in einem Buch nachzulesen ist, mit ihren zehn Tracks alle Register gezogen, um ein Album „on the weird side“, so die Protagonisten, zu produzieren.

Der Titeltrack „Alpha Zulu“ kam schon vorab mit Block-Party-Flair um die Ecke, die funkige Gitarre von „Tonight“ bereiten der Phoenix-Duett-Premiere mit dem Vampire-Weekend-Protagonisten Ezra Koenig ein federleichtes Fundament, schwelgt „The Only One“ in Synthie-Vergessenheit, taugen die Techno-Qualitäten von „All Eyes On Me“ für eine Rave-Beschallung.

Überzogen mit Effekt-Glasur finden sich quer durch die Arrangements die üblichen Achtziger-Referenzen, lässt der quirlige Clash von „After Midnight“, „Season 2“ oder „Artefact“ daneben an den Disco-Urknall oder an Hot-Chip-Electronica der Nuller-Jahren denken.

Der von latenter Melancholie geprägte Gesang, bleibt in jeder Thematik positiv, trotz dessen, dass die glühenden Europäer mit der Liebe, mit der sie vor fünf Jahren via „Ti Amo“ die Herzen fluteten, nicht verhindern konnten, dass der Kontinent stellvertretend durch Monsieur Mars in der dystopischen Bildgewalt des „Winter Solstice“-Video am Abgrund steht.

Die Versailler verabschieden sich mit ihrem Soundtrack-Beitrag für Sophia Coppolas „On The Rocks“, schließt „Identical“ mit seinem dynamischen Dream-Pop-Flirt eine Platte, auf der Phoenix einen vitalen Eindruck hinterlassen.

Wer bei „Alpha Zulu“ nicht mindestens daran denkt, dass Tanzbein zu schwingen, dem wurden beide Exemplare links herum eingesetzt.

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