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Leihen ist nicht Stehlen – Clap Your Hands Say Yeah im Interview

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Seit zehn Jahren gibt es die New Yorker Band Clap Your Hands Say Yeah und schon in den ersten drei Alben hat sich dabei alles um den Songwriter Alec Ounsworth und seine pathetische Stimme gedreht. Kurz vor der neuen Platte „Only Run“ har er die Gruppe allerdings nochmals verkleinert – was den Sound noch etwas melodramatischer macht als zuvor. Im MusikBlog-Interview erzählt der Sänger mit prominenten Fans von Byrne bis Bowie, warum es produktiver ist, wenn einer allein fürs Kreative zuständig ist und wie wichtig Referenzen im Pop sind.

MusikBlog: Alec, seit eurer letzten Platte „Hysterical“ vor drei Jahren ist deine Band von fünf auf drei Mitglieder geschrumpft.

Alec Ounsworth: Das stimmt.

MusikBlog: Welchen Einfluss hat das auf die Musik der neuen Platte?

Alec: Ich bin manchmal etwas überrascht darüber, dass so viele Leute so verwirrt darüber sind, wie sich Bands entwickeln. So läuft es nun mal. Aber ich kann das auch niemandem zum Vorwurf machen. Vielleicht hätte man am Anfang mal klarer machen sollen, wie so was funktioniert.

MusikBlog: Trotzdem muss es doch etwas mit einer Band machen, wenn zwei Fünftel von ihr nicht mehr dabei sind.

Alec: Menschlich ja, aber nicht musikalisch. Darauf hat das keinen Einfluss. Ich glaube sogar, wenn die fehlenden Mitglieder noch immer dabei wären, hätte das Album mehr oder weniger genauso geklungen als es jetzt klingt.

MusikBlog: Verglichen mit den drei vorherigen Alben klingt es jetzt jedenfalls emotionaler, fast pathetisch.

Alec: Tut es das? Hab ich gar nicht gemerkt. Warum?

MusikBlog: Na ja, manchmal scheinen Referenzen zu außergewöhnlich melodramatischen Bands durch.

Alec: Zum Beispiel?

MusikBlog: Die Waterboys etwa.

Alec: Die Waterboys? Das höre ich zum allerersten Mal. Die hab ich aber auch seit Jahren nicht mehr gehört. Und welche Referenz noch?

MusikBlog: Radiohead zum Beispiel.

Alec: Aha. Ich glaube, dass Ähnlichkeiten normalerweise eher zufällig passieren, das ist nicht planbar. Manchmal beziehe ich mich womöglich auf Bands wie Stereolab, wenn ich bei denen eine Synthiesequenz für einen bestimmten Song von mir entdecke. Oder ich schaue mir an, wie Nick Cave einen Song komponiert hat, etwa „Boatman’s Call“. Aber wenn überhaupt, dann leihe ich mir vielleicht hier und da mal eine Idee und passe sie meinen Bedürfnissen an. Und Leihen ist nicht Stehlen.

MusikBlog: Von Stehlen sollte auch keine Rede sein. Eher von Einflüssen. Welche siehst du selbst in dem, was du tust?

Alec: Oh, da gibt es einige. Zum Beispiel Lemon Jefferson, zum Beispiel Willie Nelson, oder auch Joe Death und natürlich The Beatles.

MusikBlog: Verschwimmen solche Einflüsse aus der Anfangszeit, wenn man wie ihr seit zehn Jahren Musik in einer bestimmten Richtung macht?

Alec: Nein, Einflüsse verschwinden niemals, wie sollten Sie auch. Sie sind ja in den Grundlagen verankert. Das merkt man auch an den neuen Songs von „Only Run“.

MusikBlog: Worum geht es darin – deine persönlichen Gefühlswelten oder eher abstrakte Beschreibungen der Welt als solcher?

Alec: Meine Songs sind immer beides – persönlich und abstrakt. Ich wüsste auch gar nicht, wie sie nur eines von beiden oder keines von beiden sein könnten; schließlich schreibe ich damit ja weder Tagebuch noch wissenschaftliche Abhandlungen. Obwohl, manchmal denke ich, letzteres sollte ich ruhig mal tun.

MusikBlog: Du redest, wenn es um Clap Your Hands Say Yeah geht oft in der ersten Person. Bist du der uneingeschränkte Kopf der Band?

Alec: Ja, und das war ich auch schon immer, seit es uns gibt.

MusikBlog: Du bist aber jetzt kein Kontrollfreak?

Alec: Nein, das denke ich nun auch wieder nicht. Vielleicht hätte ich es sogar manchmal vorgezogen, wenn irgendjemand mir die ganze Musik geschrieben hätte und ich nur die Vocals dazu singe, aber irgendwie sollte es so nicht sein.

MusikBlog: Warum seid ihr denn dann so zentralistisch strukturiert?

Alec: Weil ich schon früh gemerkt habe, dass allein zu arbeiten grundsätzlich produktiver ist, als alles in gemeinschaftlichen Prozessen auszuhandeln. Ich bin manchmal ehrlich überrascht, wie wenig Leute wissen, dass die kreative Arbeit einer Band überwiegend in der Hand einer Person liegt. Das ist also bei Klassik bis Pop keinesfalls die Ausnahme, sondern die Regel. Die meisten Bands arbeiten so. Spontan würden mir dagegen höchstens eine Handvoll Bands einfallen, die ihre gesamte kreative Arbeit vollends auf alle Köpfe aufgeteilt haben.

MusikBlog: Wirst du die Zahl der Bandmitglieder denn unabhängig von ihrem kreativen Input wieder erhöhen?

Alec: Das habe ich bereits getan, und zwar exakt so viele wie nötig sind.

MusikBlog: Wer noch immer dabei ist, ist dein Drummer Sean Greenhalgh, über den es eine lustige Geschichte gibt.

Alec: Oh, welche denn?

MusikBlog: Er spielt in einer Guns’n’Roses Tribute Band!

Alec: Das hat er zumindest getan, stimmt. Ich weiß aber nicht, ob er das noch macht.

MusikBlog: Warst du mal auf einem Konzert?

Alec: Nein, niemals. Leider. Ich könnte mir vorstellen, dass das ein großer Spaß ist. Ich meine – Guns’n’Roses!

MusikBlog: Was sind deine persönlichen Lieblingsbands – wenn schon nicht die Götter des Hair-Metal?

Alec: (lacht) Jede, die auf Motelparkplätzen gespielt wird.

MusikBlog: Und wann spielt ihr wieder live in deutschen Clubs?

Alec: Also im Moment touren wir noch durch die Vereinigten Staaten, aber im Oktober, glaube ich, sind wir in Berlin.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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