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White Fence – For The Recently Found Innocent – Dichte und Intensität

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Hinter White Fence verbirgt sich kein Geringerer als Tim Presley. Er spielte schon in der Hardcore Band The Nerve Agents, hatte ebenfalls ein Gastspiel bei den legendären The Fall und wurde berühmt durch seine Zusammenarbeit mit Ty Segall. Mit seinem Projekt White Fence bringt er jetzt „For The Recently Found Innocent“ heraus.

Tim Presley ist eigentlich kein Mann großer Worte. Er lässt lieber seine Musik für sich sprechen und das in der Regel ziemlich laut und oft. 14 Songs in knapp vierzig Minuten, das sagt so einiges aus. Man kann leicht mal den Überblick über die Alben verlieren, die Tim Presley unter eigenem Namen oder mit seinen zahllosen Projekten seit Jahren veröffentlicht hat. All diesen Orientierungslosen und Neueinsteigern wird man in Zukunft wohl „For The Recently Found Innocent“ als Startpunkt empfehlen, nicht nur weil es sich vielleicht um das bisher beste Album des Ausnahmekünstlers handelt, sondern vor allem, weil es wie ein Best-Of-Album einen Querschnitt durch das bisherige Schaffen bietet.

Der von „Anger! Who Keeps You Under“ bereits bekannte, bewusstseinserweiternde Einschlag, ohne Zuführung bestimmter Halluzinogene, gelingt wunderbar. Auch wenn die Lagerfeuerromantik so unvermittelt und kurz vor Schluss kommt, dass die eine oder andere Sekunde länger dem Stück sicher keinen Abbruch getan hätte. Sei es drum: „Goodbye Law“ bietet den besten Song des Albums, der mitsamt Hörerschaft mal eben einen kleinen Ausflug in die verträumten 60er macht und voller Blumengirlanden zurückkehrt, wo „Actor“ noch leicht schläfrig wartet. Mit „Paranoid Bait“ gibt es dann noch einen astreinen Abschied, bis das neuste Werk von den White Fence endet – zwar ein Stück weniger erschöpfend, aber genauso erheiternd, wie man es bisher von ihnen bisher gewohnt war.

Was dabei beinahe schon beängstigend ist, ist die Tatsache, wie spielerisch leicht sich White Fence auch auf diesem Terrain des psychedelischen Folk bewegt, auch ohne jeglichen Fuzz-Wahnsinn büßen ihre Songs fast nichts an Dichte und Intensität ein. „For the Recently Found Innocent“ reiht sich so nahtlos in ihre Diskografie ein, es unterstreicht einmal mehr, welch ein Talent Tim Presley innewohnt und dass er in all den Jahren beileibe nicht sein Pulver verschossen hat.

Dass sich dieses musikalisch makellose Album hinter einem etwas lieblos wirkenden Albumcover versteckt, bleibt der einzige Kritikpunkt an „For The Recently Found Innocent“. Das Artwork ist übrigens ein Bild, das Tim Presley selbst gemalt hat und das, wie er sagt, ursprünglich als abstraktes Bild gedacht war, sich dann jedoch in ein menschliches Antlitz wandelte, das ihm während des Malens immer ähnlicher wurde. Wie Tim selber scherzhaft meinte, kann er nichts malen, ohne „dass es meinem schönen Gesicht ähnlich sieht.“ Presley hat mit seinem Kumpel Kyle von King Tuff daher schon gewitzelt, das Album in Anspielung an Bob Dylans 1970er Platte „Accidental Self Portrait“ zu nennen.

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