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Dry The River – Alarms In The Heart

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Viele Musiker kennen das Spiel. Wer nicht das nötige Quäntchen Glück hat, denn gute Songs allein reichen manchmal eben nicht aus, der findet sich schnell auf dem Pfad der Ochsentour wieder und muss den Umweg über unzählige Live-Shows auf den kleinen Bühnen gehen, um sich von den Clubs aus nach vorne in die ersten Reihen zu drängen. Dort, wo Radiostationen und die Presse dann Notiz von den Songs nehmen. Dry The River konnten sich vor zwei Jahren mit ihrem Debütalbum „Shallow Bed“ aus dem pulsierenden London mit Band-Überschuss als neue Folk-Rock-Hoffnung etablieren.

Der Nachfolger „Alarms In The Heart“ markiert nun nach vielen ausgedehnten Tourneen auf der ganzen Welt das zweite Kapitel in der noch relativ jungen Geschichte der Band aus dem Süden Englands, die nach dem Ausstieg von Violinist Will Harvey mittlerweile zum Quartett geschrumpft ist. Die klangliche Entwicklung der neuen Songs wirkt angesichts der großen Menge an Konzerten und der damit verbundenen Live-Erfahrung wie eine natürliche Tendenz hin zum emotional noch aufgeladeneren Rock.

Dry The River haben bewiesen, dass sie auch auf großen Festival-Bühnen bestehen können und manövrieren ihren einst sehr melodiösen, gefühlvollen Sound voller Fragilität eine Etage hinauf zu einem härteren, atmosphärisch noch dichteren Gefühlsschwall mit Hang zur opulenten Klangarchitektur. Die halb-akustische Basis erfährt eine deutliche Steigerung in den Arrangements und der musikalischen Fülle, die stets auf einen unvermeidlichen Höhepunkt ausgerichtet scheint, der sich voller Selbstbewusstsein donnernd und warmherzig zugleich über dem Hörer entlädt.

Das teils zerbrechliche Wesen der Songs ist geblieben, doch erlauben es Dry The River diesem sich im größeren Maße Luft zu verschaffen und, wenn nötig, lautstark seinen Schmerz mit angezogenem Volumen zu transportieren. Der markante Falsett-Gesang von Peter Liddle ist auch auf „Alarms In The Heart“ wieder durchdringend wie ein in die Brust gerammtes Messer, das zielsicher eine Wunde hinterlässt. Nur mit dem Unterschied, dass man diese samt des hervorgerufenen Leids am liebsten gar nicht stillen und in der Ergriffenheit des Moments verweilen möchte.

Ein Teil der Aufnahmen fand auf Island statt, wo sich die Band für ein paar Wochen zusammen mit Valgeir Sigurðsson (Sigur Rós, Björk) im Studio einfand, der seine Fingerabdrücke in Form der Arrangements über die Platte verteilt hinterließ. Auf dem Produzentenstuhl, hingegen, nahmen gleich drei große Namen Platz: Charlie Hugall, Paul Savage, Peter Miles konnten für die Arbeit am zweiten Album verpflichtet werden und sorgten an den Reglern für die passgenaue Form der Songs. Statt eines zusammengewürfelten Eindrucks vieler helfender Hände, bleibt der von der Band gewohnte Harmonie-Charakter trotz der gesteigerten Intensität und Dynamik erhalten und wird nicht vom Aufbrausen der Instrumente zunichte gemacht.

„Alarms In The Heart“ berührt, reisst sich dann wiederum mit aller Wucht aus der verhaltenen Stille und gibt sich weder dem einen noch dem anderen Pol endgültig hin, was einen permanenten, spannungsgeladenen Sog zur Folge hat. Die anfängliche Lautlosigkeit vieler Stücke schwingt sich auf zu einer stürmischen Woge mit großem Pathos, die nur langsam abebbt und nach der temporären Zügellosigkeit wieder zum Ruhepunkt zurückkehrt.

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