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Aphex Twin – Syro – Easy Listening

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Unverhofft kommt oft. Oder hätte jemand tatsächlich mit einer neuen Platte von Richard D. James in Form von Aphex Twin gerechnet, nachdem der vor 13 Jahren mit „Drukqs“ dieses Projekt in die Altersteilzeit verabschiedete? Natürlich war der Sound-Freak seitdem weiter produktiv, veröffentlichte unter diversen Pseudonymen weitere Alben, als Polygon Window (1992 „Surfing on Sine Waves“), als Caustic Window (die selbstbetitelte Original-LP von 1994 ging für 46300 Dollar weg), als The Tuss (2007 „Rushup Edge“) oder diverse EP`s als AFX um einige davon zu nennen. Dazu natürlich unablässlich Remixe für diverse Bands, in denen das Ausgangsmaterial in der Regel komplett auseinandergenommen und neu zusammensetzt wurde.

Der exzentrischen Musiker gilt seit seinen Anfang der 90er veröffentlichten Platten „Selected Ambient Works 85-92“ und „Selected Ambient Works Vol. II“ als wegweisend für die Entwicklung des Elektro-Genres, wurde vom Melody Maker als „Mozart der elektronischen Musik“ bezeichnet, ein Titel, mit dem weder er noch seine Fans je etwas anfangen konnten. Der Rest sowieso nicht, zu polarisierend waren seine Klanginstallationen.

Die anfangs gängigen Ambient-Melodien wurden zunehmend von komplizierten Breaks und sperrigen Drumprogrammen unterbrochen, die mit 200 Bpm dem Hörer einiges zumuteten. Was brilliant für die einen war, erfüllte für andere den Tatbestand der Körperverletzung. Einem breiteren Publikum wurde der Klangkünstler dann durch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Chris Cunningham für die Videos zu „Come To Daddy“ und „Windowlicker“ bekannt, deren verstörende Wirkung James endgültig zwischen Genie und Wahnsinn einnordete.

Kryptisch begann die Promotion zu „Syro“, als am 16. August ein Luftschiff mit Aphex Twin Logo und dem „2014“ Schriftzug über London kreiste (ungefähr so originell wie das Batman Logo über Gotham City), zeitgleich tauchten in New York Aphex Twin Graffitis auf. Richtig spannend wurde die Spurensuche über einen Tweet, der den Link zu einem versteckten Dienst postete, nur zugänglich über einen Deep Web Browser und zu Titel und Trackliste zu „Syro“ führte, 133.000 Zugriffe an einem Tag wurden gezählt.

Der Opener „minipops 67 [120,2][source field mix]“, schon seit Anfang September veröffentlicht, klingt für Aphex Twin Verhältnisse extrem unkompliziert und das gilt für das gesamte Album. Von flächigen Klangteppichen über Breakbeat-Orgien hin zu Techno Passagen bis zum Downtempo Track, alles ist im Angebot und wird mit eigenwilligen Klangvorstellungen gekreuzt.

Sagenhafte 138 Synthesizer (wer zu viel Zeit hat, kann die Namen der Geräte im CD Artwork nachlesen) kamen bei den Aufnahmen zum Einsatz, Glöckchen klingeln, Stimmengewirr, seltsame Vocals, die Melodien stoppen jäh, bevor sie gefährlich gefällig werden können, hier und da eine dicke Kelle Krautrock-Synthis draufgelegt und die packende Dynamik seiner Drums bleibt Alleinstellungsmerkmal. Die Platte kann von ganz laut („180db_[130]“) bis ganz leise (Piano-getragene Schluss Akkorde in „aisatsana[102]“), aber vor allem kann sie eines: ohne Kopfschmerzen durchgehört werden.

Es scheint fast, als hätte Richard D.James auf „Syro“ mit seiner Reise quer durch das Elektrobeet allen Nachwuchs- Soundbastlern mal wieder zeigen wollen, wie so man etwas richtig macht. Zum Schaden für den Endverbraucher ist das Ergebnis jedenfalls nicht geworden.

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