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Bonnie ‚Prince‘ Billy – Singer’s Grave A Sea Of Tongues

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Bonnie „Prince“ Billy ist eine spezielle Nuss, die sich so leicht nicht knacken lässt. Die Musik des Singer-Songwriters gestaltete sich bisher mittels spärlich gehaltener Instrumentierung recht eingänglich, die Type dahinter jedoch alles andere als berechenbar. Auf allen Ebenen lehnt sich der gute alte Will Oldham gegen starre Gefüge auf, bricht sie in Anflügen von Eigenbrötlertum auf und macht sich damit neben ein paar Freunden auch einige Feinde: Die zumeist werbenden Pressetexte des Labels lesen sich eher resigniert als euphorisch, tanzt der Musiker doch nicht so recht nach dessen Pfeife.

Zu eng geschnürte Korsetts macht Oldham an jeder Ecke aus. Künstlernamen? Davon hat der Amerikaner unzählige in petto (etwa „Palace“, „Palace Brothers“ oder „Bonnie Billy“). Promotion? Dieses leidliche Thema nimmt er schnurstracks mittels eines eigens inszenierten Interviews selbst in die Hand: Oldham spielt neben dem eigenen Persönchen zugleich seinen Radio-Interviewpartner, welchen er über runde 20 Minuten mit Fußschmerzklagen und Gewaltandrohungen ordentlich herunterputzt.

Zu einengend scheint neuerdings der ständige Druck, jungfräuliches Material für die fleißigen Hörer zu liefern. Nach Herausbringen unzähliger Aufnahmen schafft dafür ein Album Abhilfe, wie es „A Singer’s Grave A Sea Of Tongues“ in all seiner Pracht darstellt. Hier wird das manierliche Produzieren in der Musiker-Legebatterie kurzerhand abgeschafft: Bonnie „Prince“ Billy interpretiert sich darauf zum größten Teil selbst neu. Eine Vielzahl der Tracks des neuen Silberlings sind zugleich die Rohdiamanten des 2011 erschienenen Albums „Wolfroy Goes To Town“, die in ihrer ursprünglichen Reduziertheit mit allerhand neuen Musikern im Tonstudio gehörig geschliffen wurden.

Neun von elf Tracks sind es, die dabei für eine Reinkarnation Modell standen. Diese klingen auf „A Singer’s Grave A Sea Of Tongues“ weit essentieller als ihre Ahnen. Die alten Geschichten, in denen Will Oldham nach wie vor wenig von seiner Person, als vielmehr von seiner Ideologie preisgibt, werden nun klanglich dicker ummantelt und wohlig-tief produziert, dabei abgerundet gemastert.

Singend-klingende und zuweilen knackige Geigeninterpretationen schrammeln technisch und vor Ideenreichtum strotzend an der Genialität entlang und können wie auch der eingeladene Frauen-Backgroundchor begeistern. Ein „Quail And Dumplings“ erscheint so eindringlicher. Der eigens entworfene Song „Sailor’s Grave A Sea Of Sheep“ entlässt dennoch mit ruhigen Klängen und schleppender Percussion in aller Gediegenheit aus einem ereignisreichen Album.

Es scheint, als sei Bonnie „Prince“ Billy gar sein eigenes Schaffen zu starr, kann er doch selbst von diesem seine kritischen Finger nicht lassen. Mit dem neuen Album kann das überholte Material jedoch guten Gewissens in Frieden ruhen, entfalten die Tracks doch ihre volle Kraft bei wohlüberlegter Neuinterpretation.

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