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Caribou – Live im Berghain, Berlin

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Our Love? Die ist Caribou sicher. Can’t Do Without You? Ja, das beschreibt genau das Gefühl, das spätestens dann einsetzt, wenn man die Band rund um den Caribou-Kopf Dan Snaith einmal live gesehen hat. Infolgedessen ohne sie auskommen? Ausgeschlossen. Anfang des Monats bedienten Caribou die allgemeine Sehnsucht nach neuem Songmaterial mit ihrem Album „Our Love“. Aktuell ist die Band auf Tour nun dabei mit einigen Shows in Deutschland das Verlangen der Fans zu stillen die neuen Stücke auch live zu hören. Alles Visuelle durfte nur mit den eigenen Sinnen aufgenommen und gespeichert werden, da im Berghain ein striktes Fotoverbot gilt.

Berlin zählte zu den Orten, die mit auf dem Tourplan standen. Sogar doppelt, denn wer es nicht zum Konzert ins Berghain schaffte, der hat im März noch einmal die Gelegenheit die Band live zu sehen. Dann werden Caribou im größeren Rahmen ziemlich sicher mit einigen Bässen auch das Innere der Columbiahalle erschüttern. Vorab gastierten sie aber erst einmal im Berghain und spielten dort vor einem ausverkauften Haus, das drohte aus allen Nähten zu platzen. Kaum ein paar Minuten vergingen, da waren alle Karten für den Abend restlos vergriffen und die Vorfreude bei all denen immens, die sich glücklich schätzen konnten dabei zu sein.

Als Support mit dabei vertrieb Jessy Lanza dem zahlreich angerückten Publikum die Wartezeit auf Caribou. Und das durchaus ohne allgemeines Gähnen oder die üblichen Spießroutenläufe zur Bar von Seiten der Fans, die im Laufe des Sets immer näher zur Bühne vorrückten, um mehr Platz für alle Nachrückenden zu schaffen und einen Blick auf die Dame zu erhaschen, die auch auf dem neuen Caribou-Song „Second Chance“ zu hören ist. Diesen Track gab die Kanadierin, die im letzten Jahr ihr Debüt „Pull My Hair Back“ veröffentlichte, dann auch zusammen live mit Caribou zum Besten.

Kurz vor dem Konzert huschten Dan Snaith und seine Caribou-Kollegen noch fröhlich im Berghain umher, mischten sich unter die Leute und machten einen durch und durch entspannten Eindruck. Dass sie alles im Blick hatten, wurde deutlich, als sie, wie üblich, den Soundcheck persönlich vornahmen. Da hatte Dan Snaith seine luftigen Shorts bereits gegen das weisse Bühnenoutfit eingetauscht und schraubte ein letztes Mal an dem vor ihm stehenden Synthesizer bis die Band für einen kurzen Moment wieder hinter der Bühne verschwand. Zum offiziellen Startschuss der Show wurden dann nur noch die Sneaker am Bühnenrand stehen gelassen und der schon zur Tradition gewordene Auftritt konnte auf Socken bestritten werden.

Fast hätte man sich auch als Zuschauer gewünscht die eigenen Schuhe ebenfalls in die Ecke zu stellen, um sich damit beim ausgelassenen Tanzen nicht selbst in die Quere zu kommen. „Our Love“ hätten wir der Band auch ohne Schuhwerk an den Füßen deklarieren, vielleicht sogar als kleine Hommage an sie verkaufen können. Die Nebelmaschine routierte während der ersten drei Songs, inklusive dem neuen „Our Love“, „Silver“ und „Mars“, auf Hochtouren und warf eine gehörige Portion des grauen Schleiers um die Band herum, die nur durch kleine Strahler ab und zu sichtbar wurde. Als Profis fanden die Hände der Musiker auch in der Dunkelheit mit Leichtigkeit ihren Weg und damit zu dem überaus präzisen Spiel, für das Caribou nicht umsonst einen Ruf par excellence innehaben.

Und diesem blieben sie auch in den ganzen achtzig Minuten ihrer Show treu, in der sie höchst konzentriert, aber dennoch mit einer gewissen Nonchalance ihre Instrumente bedienten. Zwischendurch wanderte vor allem der Blick von Dan Snaith immer wieder mitten hinein ins tanzende Publikum, dessen Anblick ihn wiederholt zum Lächeln brachte. Zufrieden durfte die Band auch sein, füllten sie die Setlist im Berghain doch mit weiteren neuen Stücken wie „All I Ever Need“, „Back Home“ oder auch „Your Love Will Set You Free“, die dank der gut platzierten Bässe nicht nur die Beine in Bewegung, sondern auch die Organe zum Vibrieren brachten. Derweil gelang es Dan Snaith irgendwie noch legère ein Pfefferminzbonbon einzuwerfen, um den Frischefaktor aufrechtzuerhalten. Caribou hatten angesichts der spielerischen Höchstleistung auch allen Grund, ins Schwitzen zu geraten, auch wenn man es ihnen nicht ansah. Im Berghain war ihr Atem auf jeden Fall lang genug, um ganze dreizehn Songs lang einen elektronischen Sog herzustellen, in den man sich freiwillig mit erhobenen Händen hinein begab.

Zwischenzeitliche Publikumslieblinge „Bowls“, „Jamelia“, „Odessa“ oder auch das abschließende „Sun“ in der Extended Version sorgten dafür, dass das Konzert zu keinem Zeitpunkt an Zugkraft verlor. Wo andere Künstler gerne mit Anekdoten um sich werfen, lassen Caribou ausschließlich ihre Musik für sich sprechen. So waren den Fans nur eine handvoll herzliche Dankesworte des Caribou-Masterminds vergönnt, der sichtlich erfreut den Blick über die Menge schweifen ließ und am Ende artig Kusshände verteilte. Seine freudig hochgerissenen Hände, die er zu Fäuste ballte, hatten etwas von einem Siegertypen, der gerade erfolgreich ein Match bestritten hatte. Im Rücken sein ebenfalls glänzendes Team und vor sich euphorisch jubelnde Menschen. Zum nächsten Dance-Off mit Caribou in der Hauptstadt ist es nur noch ein knappes halbes Jahr. Es darf schon jetzt freudig mit den Füßen gescharrt werden.

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