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Breton – Live in der Kantine am Berghain, Berlin

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Die über den Köpfen hochgezogenen, schwarzen Kapuzen sind Geschichte. Breton verstecken sich schon längst nicht mehr hinter dunklem Stoff, der zu Beginn ihrer Karriere noch ein ständiger Begleiter bei ihren Live-Shows war. Nicht, dass sie das überhaupt jemals nötig gehabt hätten. Für die Aufnahmen zu ihrem zweiten Album „War Room Stories“ verbrachte die Band einige Zeit in Berlin und schnupperte bereits ausgiebig Hauptstadt-Luft. Kein Wunder, dass sie auf ihrer aktuellen Tour, die die letzte zum Album sein wird, erneut dorthin zurückkehrten und nach ihrem fulminanten Konzert im Februar das nächste Kreuz im Kalender gemacht haben, den Tourbus nach Berlin lenkten und in der Kantine am Berghain einen Abend lang für mächtig Furore sorgten.

Es war ein Zeichen, das vielleicht nicht unbedingt auf den ersten Blick sichtbar war, jedoch maßgeblich für das steht, was Breton live mit ungebremster Energie auf der Bühne anstellen. Gemeint sind die Finger ihres Schlagzeugers, die allesamt mit weissem Tape-Verband umwickelt waren, weil dieser unablässig mit beachtlichem Eifer die Drumsticks auf die vor ihm liegenden Felle prallen ließ, so dass von der Haut an seinen zehn knüppelfreudigen Fingern kaum mehr als ein Fetzen übrig geblieben sein kann. Dennoch bewies der rhythmische Pfeiler der Live-Band, ebenso wie seine vier anderen Kollegen um ihn herum wahres Durchhaltevermögen.

Die Spielfreude, die Breton während des Konzerts an den Tag legten, übertrug sich ab dem ersten Song „Got Well Soon“ rasant auf das Publikum, das gar nicht dazu kam, einmal länger als ein paar flüchtige Momente tatenlos im Raum zu stehen. Die ihm von der Bühne entgegen geschleuderte, spielerische Intensität sorgte das gesamte Set über für ein anhaltendes Tanz-Gelage, bei dem den Zuschauern nur ganz vereinzelt eine Atempause vergönnt war. Selbst, wenn die Beine dann einmal für kurze Zeit den Stillstand probten, blieb zumindest der Sehsinn in ständiger Alarmbereitschaft.

Als film-affines Kollektiv hatten Breton natürlich wie gewohnt die Leinwand mit dabei, auf der sie dem Publikum in schöner Regelmäßigkeit urbane, zwischenmenschliche oder lyrisch-visuelle Eindrücke vermittelten. Bei so viel Betriebsamkeit auf der Bühne blieb selbst der Roadie nicht ruhig am Bühnenrand sitzen, sondern schnellte, wenn nötig, von seinem Platz aus eilig zum Brandherd und musste auch schon mal einen etwas müde gewordenen Fan verscheuchen, der es gewagt hatte, sich zu nah ans Equipment anzulehnen, so dass die Elektronik kurzzeitig aussetzte. Ein paar aufgewischte Bierlachen später war dann aber alles wieder in Butter und Breton konnten ihr Berlin-Heimspiel wie aufgezogen fortsetzen.

Man merkt es ihnen zweifelsohne an, dass sie in den letzten Jahren einen gewaltigen Tourplan absolviert haben. Die Band wirkt näher beieinander als jemals zuvor, die interne Kommunikation läuft reibungslos und jeder Handgriff sitzt wie das perfekte Puzzleteil an seinem Platz. Wohlgemerkt, ohne dass sich für den Zuschauer auch nur ein Funken Langeweile aufgrund zu großer Routine entzünden würde. Dafür verstanden es Breton auch dieses Mal wieder zu gut, ihre Songs einer Art Frischzellenkur zu unterziehen, indem sie ältere Stücke teilweise neu arrangierten oder auch einmal die Instrumente untereinander wechselten.

Dass die Stimmung nicht nur im Zuschauerraum überschwappte, war nicht zu übersehen. So verausgabten sich die Bandmitglieder jeweils mit jedem Song von Neuem, gaben der Show noch einmal ihre ganz eigene Dynamik und hatten sichtlich Spaß daran. dem in den Raum gescheuchten, fortlaufendem Groove mit viel Körpereinsatz nachzugehen. Egal, ob bei „Edward The Confessor“, „Governing Correctly“ oder „Envy“ – eine Hemmschwelle in Sachen zappelnder Gliedmaßen war weit und breit nicht festzustellen. Weder am Anfang noch am Ende der Show, so dass nach den Zugaben kein Shirt mehr trocken geblieben sein dürfte und sich bei vielen Fans deutlich Schweißperlen auf den Gesichtern abzeichneten. Freudentränen wären allerdings durchaus eine Alternative, die bei solch einer Performance ebenso angebracht wären.

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