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Electronic Beats Festival 2014

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Die Telekom organisiert seit mehreren Jahren das Electronic Beats Festival, ein Format, welches neben deren Online-Aktivitäten Teil ihres internationalen Musikprogramms ist und sich zur Aufgabe gemacht hat, aufstrebenden Bands, die der elektronischen Klangerzeugung nahe stehen, eine Plattform zu geben. Den Zuschlag als Veranstaltungsort für das Finale der diesjährigen internationalen Konzert-Reihe erhielt das Täubchenthal und nicht nur damit hat der angenehme Club im Leipziger Westen in den letzten Monaten gegenüber seinen Mitbewerbern in der Messestadt die Nase vorn.

Einen Wermutstropfen gab es leider bereits im Vorfeld: die Headliner Warpaint mussten ihren Auftritt aus familiären Gründen absagen. Warum die Band bei dem Stelldichein als Headliner fungieren sollte, sei dahingestellt, wirft aber generell die Frage auf, warum das Festival als Elektronik-Sparten-Veranstaltung deklariert war. An der Musik der Akteure konnte man dies jedenfalls nicht festmachen.

Der Saal war um 21.00 Uhr, als Shura die Bühne betrat, noch etwas schütter gefüllt, was sich jedoch mit zunehmender Dauer der Veranstaltung änderte. Zu gut zwei Dritteln gefüllt war der Laden letztlich, was bei einen Kampfpreis von 25 € (Konzern-Sponsoring sei Dank) plus am Einlass ausgegebener Getränke-Vouchers folgerichtig war. Die Londonerin Shura, die auf den bürgerlichen Namen Aleksandra Denton hört, mühte sich mit ihren beiden Kollegen jedenfalls redlich, die dem Wetter entsprechende Kühle zu vertreiben, wobei ihre in etwas biedere synthetische Beats gekleideten Singer-Songwriter Nummern den Charme eines vertonten Tagebuchs versprühten. Spaß hatte sie während ihrer halben Dutzend Songs jedenfalls und immerhin sprang bei ihrem schwer gehypten Debut-Song „Touch“ (das Video kam auf über 500.000 Klicks) ein Fünkchen Bewegungsdrang in die ersten Reihen.

Das in Dänemark nicht nur düstere Klangwelten wie die der grandiosen Get Your Gun oder Iceage entstehen, bewies anschließend Asbjørn. Was nicht verwundert, sagt der Musiker doch zu seinen musischen Inspirationen, dass Tanzen für ihn direkter Zugang zur Musik bedeutet. Wie ernst er das meint, konnte man während seiner Show im Glitzerjäckchen (die in weiten Teilen Ost-Europas wahrscheinlich die Oberkante der Toleranz-Schwelle überschreitet) zwischen Erasure und Big In Japan sehen. Jedenfalls führte der Mix aus Frikkel-Elektronika, etwas zu dick aufgetragenem Pathos und simplen Pop-Nummern dazu, dass die für derartige Events üblichen, recht abenteuerlichen Tanzchoreografien trampeliger Heranwachsender bis zur Mitte übergriffen. Fest steht: falls die dänischen Haudegen von WhoMadeWho ihr Treiben auf den europäischen Festivalbühnen einmal einstellen, steht in Legoland ausreichend Nachwuchs parat.

Die Briten Wild Beasts waren an der Reihe. Ihrem aktuellen Album „Present Tense“ folgend, verbanden die Musikanten auch live Elemente aus Indie und Rock, streuten 80er Elektronik Passagen ein und scheuten sich auch nicht vor Anleihen aus den Registern Funk bis R & B. Das klingt, wenn man sich an die Stimme von Sänger Hayden Thorpe gewöhnt hat, recht gefällig, jedoch ob „Nature Boy“, Bed Of Nails“ oder „Daughters“ – es bleibt Musik, die ohne zu klemmen in die Schublade „Tanzbarer Indie-Pop“ passt und meint in diesem Fall: Bei allen Mühen um Authentizität bleibt alles zu brav. Nothern Lite light könnte man sagen. Das war aber letztlich egal, schließlich war an diesen Abend niemand auf Tiefgang gebürstet, der schmalzige Auftritt der 4 Jungs geriet zur Sternstunde aller ADHS-Betroffenen im Saal.

Als weit nach 1:00 Uhr die als Warpaint-Ersatz verpflichteten Sylvan Esso aus North Dakota die Bühne betraten, schwächelten einige Teile des Publikums bereits etwas. Diejenigen, die sich mit Zappel-Brause aus dem Hause Mateschitz bei Laune gehalten hatten, wurden belohnt. Souverän holten Amelia Meath und Nick Sanborn ihr Publikum ab und lieferten eine perfekten Melange aus Folk, Pop und Minimal-Elektro. „Could I Be“, „Wolf“, „Coffee“ – ewig hätten die Amerikaner weiterspielen können, es hätte zu dieser frühen Stunde auch niemand gemerkt und sich schon gar nicht daran gestört, wenn die doch sehr einheitlich arrangierten Songs zweimal gelaufen wären. Schöne Show, aber die Headliner-Schuhe sind für Sylvan Esso noch eine Nummer zu groß.

Ein strafferer Ablauf hätte dem Abend gut getan, jedoch funktionierte das Konzept Produkt-Placement mit Musik einwandfrei. Allein das allgegenwärtige Logo des Veranstalters erinnerte unangenehm an die Brustbemalung des kommenden deutschen Meisters.

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