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Erdmöbel – Geschenk – Alle Jahre nieder

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Es ist schon wieder soweit. Das Jahr steuert auf sein Ende zu und die Zeit ist gekommen, in der man allerorten mit Weihnachtsliedern belästigt wird, auf entsprechenden Märkten und an ungünstigen Standorten gern auch quadrophon, natürlich auf jeden Kanal ein anderes Lied.

Heerscharen von mehr (Elvis Presley, Frank Schöbel) oder weniger (Mariah Carey, Kastelruther Spatzen) begabten Sängern und Klangkollektiven schleuderten über die Jahre mit viel Glockengeläute Fest-Alben unter die Menschen, quasi als getarnte Angriffe auf die in dieser Zeit weit geöffneten Geldbörsen. Seriös betrachtet gibt es nämlich nur zwei Songs, die dem festlichen Rahmen tatsächlich entsprechen: Erstens „17“ vom 99er Tocotronic-Denkmal „K.O.O.K“ und zweitens „Fairytale Of New York“ von den Pogues.

Die Kölner Band Erdmöbel, mit 9 Studio-Alben plus einer Compilation beinahe schon Urgesteine des deutschen Indie-Pop, gingen 2006 mit Weihnachtslieder an den Start. Beginnend mit dem Stück „Weihnachten“, entstanden in inniger Liebe zu Wham!`s berüchtigtem „Last Christmas“ (aus „I gave you my heart“ wird hier gleich eingangs „Ist mir doch egal“) wuchs daraus eine Tradition. Die sieben bisherigen Veröffentlichungen zum Thema finden nun, auch getrieben von den Wünschen ihrer Fans, zusammen mit fünf neuen Stücken als Album unter dem sinnigen Namen „Geschenk“ den Weg auf die Liste der festlichen Kaufempfehlungen.

Die Band um Sänger Markus Berges bewegt sich seit der Gründung im Jahr 1995 in ihren Songs beständig zwischen Emotionalität und Ironie und behält trotz allem Realismus einen gebührenden Abstand zur Resignation. Ihre Texte drehen sich dabei um die kleinen und großen Lebensthemen und waren immer gespickt mit Wortwitz und gekennzeichnet von Zeitlosigkeit. Auf der Single „Das Beste Von Osten“ hieß es schon 1996 „Das Beste von Osten sind immer noch die Weiber“ – eine Erkenntnis, von deren Wahrheitsgehalt wir uns, wenn auch in anderen Zusammenhängen, in den letzten Monaten überzeugen konnten.

Das Album-Cover könnte das Werbeplakat zur KIKA Weihnachts-Saga Beutelomäus sein, der Familien Schlager „Goldener Stern“ eröffnet die Bescherung. „Dreh dich, dreh dich, kleiner Stern“ heißt es dort warm, herzig und naiv, das Stil-Mittel Kinderchor unterstreicht die Adventsstimmung zusätzlich. „Fräulein Frost“ erinnert darauf folgend mit ihren 3 Tropfen Benzin an das Mädchen mit den Schwefelhölzern, während „Weihnachten in Tamariu“ im Duett mit Jemma Endersby zum Feiern in den warmen Süden einlädt.

Nicht nur in den poesievollen, dem Anlass entsprechend auch konsum- und gesellschaftskritischen Texten, sondern auch in der Instrumentierung ist eine Nähe zu Element Of Crime nicht zu verleugnen, schließlich ist ein Blasinstrument auch bei dieser Band tragendes Element. Erdmöbel können aber auch anders, wie das jazzige „Ich wollte, die Welt ginge immer bergab“ (selten so einen realistischen Weihnachtswunsch gehört) oder das im Ska-Light-Modus vorgetragene „Muss der heil`ge Nikolaus sein“ beweisen. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz, selbst die Erderwärmung wird besungen („Der letzte deutsche Schnee“).

Es soll Menschen geben, die ausreichend traditionsbehaftet sind, um mit Weihnachten etwas anzufangen, diese Aufnahmen sind aber auch für Nicht-Anhänger der familiären Waffenstillstands-Tage okay. Und eine tolle Anregung für alle, die ihre mageren Geschenkideen gern multiplizieren, denn vom Album gibt es vier verschiedenen Versionen in Geschenkpapier-Optik.

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