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Foo Fighters – Sonic Highways

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Mir fallen einige Dinge ein, an die ich auf der Stelle einen prunkvollen Liebesbrief schreiben würde: an den Erfinder des das Leben so viel einfacher machenden Spannbettlakens etwa. An das quietschverrückte Zitate-Genie Quentin Tarantino. Doch ganz vorn auf der Whom-To-Write-A-duftenden-Liebesbrief-Liste steht unbestritten: Rockröhre Dave Grohl.

Der Mann hat Intellekt, Klasse und (Musik-)Stil, das steht mal fest. Doch Dave Grohls Liebesbrief geht an jemand ganz anderen. Er ist an die amerikanische Musikgeschichte in Form von acht Songs adressiert. Der donnernde Tausendsassa wird dafür auf allen Ebenen aktiv: Es rappelt ordentlich im Konzepte-Karton, welcher ein liebevoll erarbeitetes Album- und TV-Hintergrundwissen hervorzaubern lässt.

Zum 20jährigen Jubiläum der Foo Fighters schütteln diese mit „Sonic Highways“ neue Songs und Dokumentarfolgen aus ihrer Hinterhand: Eine gleichnamige Rockumentary soll die Musikgeschichte Amerikas aufrollen, das Album diese abspielen. Dafür klapperten die Foo Fighters acht bedeutungsschwangere Studios in Amerika ab und nehmen die Geschichte sowie den Einfluss der Städte und ansässigen Musikgenies respektvoll unter die Lupe. In einem jeden Studio fällt dabei ein Song ab. Soviel zur Pflicht – jetzt kommt die Kür.

Trotz all der regional unterschiedlichen Einflüsse und Grohls felsenfester Überzeugung davon, dass diese auf allen Tonträgern spürbar seien, lehnt man sich beim Einlegen des neuen Materials wieder entspannt in den alten ledernen Rocksessel zurück: Was man da hört, das sind die Foo Fighters, wie man sie verdammt noch mal kennt. Und das ist auch gut so.

Die musikalische Umsetzung hinter dem Konzept lässt mich eisern an meinem Liebesbrief-Vorhaben festhalten. Darin bekunden würde ich zum einen meine Liebe für die typisch vorhersagbaren Powerchords (klingt bissig? Ist es nur minimal!), für heiter dudelnde Riffs, für astreine, wenig überraschende Harmonien und Zappeldrums. Nicht außen vor zu lassen sind natürlich Grohls strapazierfähige Stimmbänder der scheinbaren Dicke eines Heißwasserrohrs. Die sind – recht gewohnt – hier einmal die verstaubte Rostlaube aus den späten 80ern, da das schnurrende Nachbarkätzchen.

Aus der ganzen Konzept-Geschichte ist ein klassisches solides Rock-Album entstanden – nimm Dir hier etwa das altbekannte Harmonien klimpernde „What Did I Do? / God As My Whitness“ heraus. „I Am A River“ versucht weiterhin unter langatmigen Anstrengungen, pompös zu sein. Doch das einzig epische an dem ambitioniert beginnenden Stück Musik mit schleppendem Beat und streichender Begleitung ist das lange Ziehen dessen gleich einem störrischen Kaugummi.

Breakdown hier, Instrumental-Klimax dort: die Foo-Fighters-Schemata werden kaum aufgebrochen, alles klingt bekannt. Daran hänge ich inbrünstig und voller Enthusiasmus ein: „zum Glück“! Höchstwahrscheinlich wird dem Jubiläums-Schaffen durch die schillernde Figur Grohls weitaus mehr Bedeutung beigemessen, als es ohne den ehemaligen Nirvana-Trommler zugestanden bekommen würde. Doch was sollen krampfhafte Neuerfindungen nach 20 Jahren Bandgeschichte?

Was in „Sonic Highways“ drin ist, das ist der pure Dave Grohl (mit Band, okay). Und das hier ist mein Liebesbrief, der auch weniger gehaltvollen Powerchords der Sorte Foo Fighters zu Füßen liegt. Solange diese Band vorhersehbare neue Musik macht, so lange schüttele ich Fäuste und Haar dazu. Fangirl-Punkt.

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