Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Für diese Website registrieren

17 − 10 =

Mit der Registrierung stimmst du den MusikBlog Nutzungsbedingungen zu.

Bitte gib deine E-Mail-Adresse hier ein. Du bekommst eine E-Mail zugesandt, mit deren Hilfe du ein neues Passwort erstellen kannst.

Entdecke neue Musik

Empfiehl deinen Freunden neue Alben oder Konzerte deiner Lieblingskünstler, erstelle deine persönlichen Album-Charts oder gewinne Konzertkarten und mehr bei unseren Gewinnspielen.

Octopus-Burger und Nirvana – Bass Drum Of Death im Interview

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.

Heiter ist das Rock & Roll-Leben. Rauchen! Trinken! Zaster! Schicke Mädels! Heisse Autos! Und manchmal auch  „Kroko übergeben Sie“. Aber alles halb so wild.  Das erzählt der Bass Drum Of Death-Clip zu „Shattered Me“. Voll ironisch und keck postmodern, versteht sich. Denn Bass Drum Of Death sind zwar R & R total, aber sie wissen, wo die Wurst brennt und der Most den Apfel fetzt. Und so ergeht sich BDOD-Mastermind John Barrett knallhart in der schönsten Nebensächlichkeit des Rock-Biz: Kurz vorm ausverkauften London-Gig im Rahmen der aktuellen, von MusikBlog präsentierten Tour das analoge Kurbeltelefon anwerfen.

MusikBlog: Welche Frage geht Dir am meisten auf den Senkel?

John Barrett: Die nach dem Bandnamen. Ich werde in fast jedem Interview darauf angesprochen. Bitte einfach mal googlen!

MuskBlog: Gibt´s denn andere Bands mit „Death“ im Namen, die du dufte findest?

John Barrett: Also, ich mag die Punk-Band Death aus Detroit. Ausserdem: Death From Above 1979. Die neue Platte hab ich allerdings noch nicht gehört. Und natürlich Eagles Of Death Metal.

MusikBlog: Kannst du dich noch an die Berlin-Show letztes Jahr im White Trash erinnern? Oder verschwimmt das Tour-Gedöns langsam vor deinem inneren Auge?

John Barrett: Nö, das weiß ich noch. Zum White Trash gehört dieses Restaurant. Einer von uns hat da einen Octopus-Burger gemampft. Ein Tintenfisch-Brötchen!

MusikBlog: Das Tierchen hat aber nicht mehr gelebt, anders als der Tintenfisch in „Oldboy“?

John Barrett: Nee, nee! War wohl ganz lecker. Aber nicht so mein Ding.

MusikBlog: Wenn Bass Drums Of Death essbar wär, was wäre da wohl drin?

John Barrett: Wahrscheinlich nichts veganes! (lacht) Also, da müsste ich die anderen Jungs in der Band mal fragen. Ich mag scharf gewürzte Hühnerflügel.

MusikBlog: Du bist ja ein ziemlicher „Do It Yourself“-Typ: Album-Produkion, Cover-Art und all der Schrumms.

John Barrett: Ich war früher in anderen Bands. Und da hat´s immer ewig und drei Tage gedauert, bis wir uns auf was einigen konnten. Das nervte. Wenn du alles selber machst, gehts´s oft viel fixer. Und meist kommt eher das dabei raus, was du dir anfangs vorgestellt hast. Aber jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich wieder mehr mit anderen Leuten zusammenarbeiten möchte. „Do It Yourself“ bedeutet ja nicht zwangsweise, dass du alles ganz alleine machen mußt.

MusikBlog:  Wie war´s denn, in Mississippi aufzuwachsen?

John Barrett: Naja. Ich komme halt aus ´nem kleinen Kaff. Und du kennst das ja mit Kleinstädten: Da ist gewöhnlich nix los.

MusikBlog: Langeweile führt zu Musik?

John Barrett: (lacht) Genau! Ich hab da rumgehangen, bis ich in meinen Zwanzigern war.

MusikBlog: Und jetzt? Zurück an Thanksgiving und Weihnachten?

John Barrett: Ja. Hin und schnell wieder weg. Irgendwie ist´s schon noch meine Heimat. Meine Familie wohnt da. Und ich wohne gerade eigentlich nirgendwo. Bin die ganze Zeit auf Tour. Und lebe aus dem Koffer.

MusikBlog: Irgendwelche Habseligkeiten, von denen du dich bis zum Grab nicht trennen wirst?

John Barrett: Meine Gitarre. Ich habe ausserdem noch eine baugleiche Ersatz-Klampfe. Falls das Original mal geschrottet wird. Ansonsten hänge ich an meinen Schallplatten.

MusikBlog: Du bist Vinyl-Fan?

John Barrett: Auf alle Fälle. Die Hälfte meiner Sammlung steht in Mississippi. Die andere in New York.

MusikBlog: Hast du Phantomschmerzen, wenn du in New York bist, und ´ne Platte auflegen willst, die in Mississippi rumgondelt?

John Barrett: Ja, das kommt vor. Ist aber nicht so schlimm. MP3 sei Dank.

MusikBlog: Fünf Lieblingsplatten? Ohne groß drüber nachzudenken.

John Barrett: Oh! Schwierig. Auf jeden Fall „Nevermind“ und „In Utero“ von Nirvana. „Daydream Nation“ und „Goo“ von Sonic Youth. Ich find´ „Love Gun“ von Kiss spitze. Und „Leave Home“ von den Ramones.

MusikBlog: Bei den Nirvana- und Sonic Youth-Alben musst du ja genau im richtigen Alter gewesen sein. Waren das Einstiegs-Drogen für dich?

John Barrett: Ja, absolut! Durch Nirvana hab ich tonnenweise andere Bands entdeckt. Ich war da aber spät dran. Bin erst so vier oder fünf Jahre nach Kurt Cobains Tod über die gestolpert.

MusikBlog: Du hast sie also nicht mehr live sehen können?

John Barrett: Nee, nicht mal ansatzweise. Aber Nirvana war so ungefähr die erste Rockband, die ich gehört habe. Die waren da immer noch richtig groß. Durch sie bin ich auf Sonic Youth gekommen. Und auf jede Menge anderen heissen Scheiss.

MusikBlog: Auch auf die Melvins? Kurt Cobain war ja großer Fan.

John Barrett: Yep! Melvins hab ich viel gehört. Aber ich war wegen denen nie so aus dem Häuschen. Sind schon cool. Aber irgendwie…

MusikBlog: …hat´s nicht richtig „Klick!“ gemacht?

John Barrett:  Jau. Hat meine Nadel nicht zum Schwingen gebracht.

MusikBlog: Weisst du noch, wie du auf Nirvana gestossen bist?

John Barrett: Irgendwie kannte ich den Namen. Und natürlich „Smells Like Teen Spirit“. Kann ich mich aber an keinen Knaller-Moment erinnern.

MusikBlog: Also das Beatles-Modell: Sie sind da. Mal schauen, was die machen.

John Barrett: Ja. Meine Mom hatte eins von diesen CD-Abos von Columbia oder weiss der Geier. Da gab´s diesen krummen Deal: Die ersten 11 CDs kriegst du für einen Winzbetrag, wie einen Penny.  Danach musstest du aber  jeden Monat eine CD zum vollen Preis kaufen.

MusikBlog: Au weia!

John Barrett: Meine Mom ließ mich ein paar von den Scheiben aussuchen. Zum Beispiel die Live-Nirvana CD. Das war meine erste Nirvana: “ From The Muddy Banks Of The Wishkah“. Dazu spielte ich die nächsten eineinhalb Jahre Luftgitarre  in meinem Zimmer. (lacht) So kann´s gehen!

MusikBlog: Gibt´s Momente, wo´s dich noch wurmt, die nie live gesehen zu haben?

John Barrett: Naja, ist schon irgendwie schade. Die waren damals live echt gut. Viele Bands werden mit den Jahren auf der Bühne etwas holprig. Andererseits hab ich neulich zum ersten Mal Bruce Springsteen gesehen.

MusikBlog: Ah! Der Boss!

John Barrett: (lacht) Ja! Ich wusste, dass der live ziemlich gut ist. Aber nicht, dass er so gut ist! Das war echt der Knaller. Eine der besten Shows, die ich je gesehen habe. Also: Du musst im Alter nicht deinen Wumms verlieren! So gesehen, trauere ich der Nirvana-Geschichte schon ein wenig nach. Andererseits würde ich die heute nicht sehen wollen  – mit Dave Grohl und so ´nem Hologramm von Kurt Cobain. Oder ähnlichem Quark.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.