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Sheppard (Credit Universal Music)
Sheppard (Credit Universal Music)

Sheppard – Bombs Away – Eher lau

Sheppard kommen aus „Down Under“, also Australien und liefern uns mit ihrem Debut „Bombs Away“ ein (zu) nettes und kurzweiliges Album ab. Der Name der Band kommt daher, weil drei Mitglieder von Sheppard auch Sheppard mit Familiennamen heißen und eben miteinander verwandt sind. In Australien hat die Single „Geronimo“ eingeschlagen wie eine Bombe und man kann sie dort durchaus schon als so etwas wie Stars bezeichnen. Aber jetzt gilt es auch, den Rest der Welt mit „Bombs Away““ zu überzeugen. Ob sie das erreichen, wagt man zu bezweifeln, denn dafür ist ihre Musik zwar nett, aber doch nur Durchschnittsware.

Schon der zweite Song „Something’s Missing“ trifft den Nagel auf Kopf. Denn auch auf den folgenden Tracks geht es etwas zu gemütlich zu. Das Schlimme: Von dieser Sorte haben Sheppard  ein ganzes Magazin zu verschießen. Zum Beispiel „A Grade Playa“, das an deutsche Schlager-Mucke erinnert und in den USA als Singleauskopplung sicherlich Erfolg hätte. „Let Me Down Easy“ und „Smile“ als zwei von diversen strunzlangweiligen Midtemo-Tracks oder das schrecklich infantile „This Electric Feeling“. Auch nicht besser: „The Best Is Yet To Come“ im arg bemühten Country- und Western-Style sowie „Find Someone“ als Beispiel für unfassbar marktschreierisches Songwriting, das dem Hörer mit dem Hintern ins Gesicht springt.

„Bombs Away“ ist ein Album, das Aggressionen auslöst, weil es partout eingängig sein möchte und unbedingt Hits abliefern will. Komme was da wolle. Das geschieht mit einer permanenten Aufdringlichkeit, die fast schon betroffen macht. Denn das, was eingängig und hitverdächtig klingen soll, ist übelster Kleister, der seine Wirkung total verfehlt, weil Sheppard dem Hörer damit einfach nur auf die Nerven gehen.

Aber wie so oft, wenn eine Band wie Sheppard in der mittleren Mitte des Mainstreams positioniert ist, entscheidet jedoch letztlich nur eines über Top oder Flop: das eigene Profil der Songs. Während die Single „Geronimo“ das gesamte Album überstrahlt, gelingt es den restlichen zehn Songs nicht, aus dessen Schatten zu treten. Doch auch, wenn man der Band zurecht Austauschbarkeit und mangelnde Frische vorwerfen mag, eignet sich das Album immerhin noch vorzüglich, um an einem lauen Sommernachmittag die Seele baumeln zu lassen. Das Problem ist jedoch, dass aktuell in Australien Sommer ist und nicht hier in Europa.

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