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Slim Twig (Credit Meg Remy)

Slim Twig – A Hound At The Hem – Potpourri

Am 28. November erscheint mit „A Hound At The Hem“ das Debütalbum von Slim Twig erstmals auch auf CD und digital via DFA. Ursprünglich veröffentlichte der Kanadier sein Erstlingswerk in Eigenregie und streng limitiert auf Vinyl, da ist es auch nicht verwunderlich, dass die Aufnahme der Stücke schon vier Jahre zurückliegt. Auf dem Album ebenfalls vertreten ist Owen Pallet, der zusammen mit Slim Twig die Arrangements ausgearbeitet hat. Es dauerte also, bis der Art-Rock von „A Hound At The Hem“ nun der musikinteressierten Masse zugänglich gemacht wurde.

Leichte Kost wird einem hier nicht aufgetischt. Man kann sogar sagen, dass manche Stücke einen richtig nerven können, bestes Beispiel „Maintain The Charade“. Man hat fast das Gefühl, ein kleines Kind würde mal so einfach in ein Saxophon blasen und Slim Twig eine schlecht geölte, quietschende Tür auf und zu machen, und zwar mit voller Absicht.

Andererseits kommen einem aber wieder Momente entgegen, wo man Slim Twig einfach lieb haben muss wie zum Beispiel bei „Shroud By The Sheetful“. Dieser Song würde perfekt zu einem alten, schwarz/weiß Horror Film mit Vincent Price passen. Wo Musikhörer vielfach die Genre-Grenzen ohne Bewusstsein derselben überschreiten, wo zwischen Depeche Mode und Nine Inch Nails Platz für Bright Eyes und Radiohead ist, da braucht sich Slim Twig um ausreichend Aufmerksamkeit für „A Hound At The Hem“ kaum Sorgen machen. Dem steht entgegen, wie mitreißend, faszinierend und einsaugend die Arrangements einen packen und in die Tiefe stürzen, wie überzeugend Slim Twig Fall seine Position vertritt.

Geprägt von Slim Twigs Gesang beweist sein Album den Ausnahmestatus des Künstlers. Düster atmosphärisch versponnene, musikalische Kunstwerke, in denen sich Lyrics und Instrumentierung kongenial symbiotisch verbinden, wie bei kaum einem anderen Künstler. „A Hound At The Hem“ ist ein großes Album, weil es den Geist von 2014 so visionär und präzise einfängt, wie es bisher vielleicht nur Radiohead vermochten. Elektronisches Knistern, zerhackte Klaviermelodien, Aufnahmen analoger Synthesizer, die sich zu einem immer größer werdenden, in sich stimmigen Sound zusammen wälzen, sind zu hören.

Welche Wirkung und welche Farbigkeit die Musik von Slim Twig hat, lässt sich sicherlich nicht allgemein beantworten, sondern muss von jedem Einzelnen in Erfahrung gebracht werden. Die Wirkung auf der Gefühlsebene ist jedenfalls schon sicher, Gänsehaut bleibt beim Hören von „A Hound At The Hem“ nicht aus.

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