Die sächsische Wahlberlinerin Annegret Fiedler hat es geschafft: Sie ist das erste deutsche Signing beim für elektronische Musikspielarten legendären New Yorker Label DFA Records, die nicht mehr Death From Above heißen möchten.

Der Grund wird schnell gewahr: Perel liefert qualitativ hochwertige House-Musik ab, die noch nah genug an Pop-Strukturen dran ist, um bei mehr Menschen Gehör zu finden als den metropolitanen Nachtschattengewächsen geheimbündelnder elektronischer Experten-Clubkultur.

Die Pop-Affinität ist ja auch ein Signum des elektronischen Outputs von DFA Records, schaut man auf das von LCD Soundsystem angeführte Oeuvre.

Industrial und kantig, derzeit im Club-Sprech mit den albernen Etiketten Austro- oder Germano-Wave belegt, umwabert Perels Langspieldebüt „Hermetica“ eine tatsächlich deutsche Aura, die es so schon einmal in den achtziger Jahren gab.

Allerdings vermengt sich dieser Soundansatz mit wohlig warmen und heutigen Synthie-Melodien, wie sie der House-Sound, der auch Pop kann, innehat.

Für den warmen Frühling eher weniger geeignet, umso mehr ein Gewinn in der Nacht. Perels elektronische Musik entführt in die Zeitlosigkeit und Ubiquität einer nächtlichen Großstadt, wie sie überall auf der westlichen Welt mit einem Soundtrack beim nächtlichen Autofahren unterlegt werden könnte.

Dabei ist „Hermetica“ zu Beginn überzeugender und zwingender als am Ende, gehen ihr da tendenziell ein wenig die Beat-Ideen zu Neige. Dennoch ist Anne Fiedler mit „Hermetica“ ein überzeugendes nokturnes Hallo in der Welt der elektronischen Musiken gelungen.

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