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Essaie Pas – New Path – Mehr Minimalismus

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Essaie Pas, das sind Marie Davidson und Pierre Guerineau aus Montreal. Als Hoffnung des Synth-Pops besonders online hoch gehandelt, gehen die Kanadier mit ihrem dritten Album „New Path“ tatsächlich neue Wege.

Wo auf ihrem Erstling „Nuit De Noce“ noch atmosphärische Klänge und harmonischer Gesang auf dem Programm standen und der Nachfolger „Demain Est Une Autre Nuit“ erstmals als klares Bekenntnis zur Synthie-Elektro-Musik gewertet werden konnte, sind die Erkenntnisse, die man aus „New Path“ ziehen kann, subtiler und minimalistischer, aber nicht weniger spannend.

Schon der erste der sechs Tracks, „Les Aphides“, erzeugt durch stark gedämpftes Knistern und hin- und herhuschende Soundschnipsel eine düstere, von Unklarheit bestimmte Atmosphäre, die so auf den ersten beiden Alben noch überrascht hätte. Keine Spur von lebensbejahendem Gesang, dafür unendlich viele Spuren, die sich in einer Verdichtung verlieren und am Ende nur noch als verzerrtes Ganzes wahrgenommen werden können.

Mit möglichst geringen Mitteln eine möglichst große Wirkung zu erzielen, scheint auch in „Les Agents Des Stups“ Zielvorgabe gewesen zu sein. Ganz ohne Melodie gelingt es den Kanadiern hier, in den ersten drei Minuten eine packende Dramatik zu erzeugen, die nur von unverständlichen, durch Funkgeräte verzerrten, Gesprächen unterbrochen wird.

Am ehesten im Stile des letzten Albums bewegt sich „Complet Brouillé“, das jedenfalls einen annähernd clubtauglichen Bass in das Ensemble aufnimmt und auch den spielerischen Aspekt nicht außen vor lässt. Eingeleitet mit einem Lachen Marie Davidsons bleibt dies auch der einzige und vergleichsweise kurze Moment, in dem Essaie Pas noch einmal die Leichtigkeit ihrer früheren Musik erahnen lassen.

Ok, verstanden. Der neue Weg soll also ein minimalistischer sein. Ein Rhythmus, der ohne viel Ablenkung dem Ende im Gleichschritt entgegeneilt, das sonst nie so strukturell erkennbar war, wie auf diesem Album. Oder?

Nicht ganz, denn der Titeltrack „New Path“ präsentiert noch einmal einen ganz neuen Weg. Verzichtet wird dabei nicht nur auf Melodie, sondern auch auf den Rhythmus. Klingt verrückt? Ist es auch. Denn nur ein durchgehendes Grundrauschen dient den ungeordnet verschwimmenden Geräuschen, die neben einem robotischen Monolog das einzige sind, was man zu hören bekommt, als Kulisse.

Über das ganze Album hinweg stellt der Rhythmus die Melodie in den Schatten. Sowohl die streng getaktete Verdichtung der elektronischen Soundkulissen, als auch der kaum melodische Sprechgesang werden diejenigen enttäuschen, die sich moderne Chansons oder poppige Elektro-Kompositionen erhofft haben.

Positiv überraschen werden sie hingegen diejenigen, die genau in dieser minimalistischen Brachialgewalt finden, was sie suchen. Äußerst tanzbare und tranceartige Elektro-Musik mit einem Hang zum Künstlerischen. Und am Ende eben noch ein Weg, den die meisten sonst vermutlich nie beschritten hätten.

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